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Eicklingen Amerikaner rocken Oberschule Flotwedel
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Eicklingen Amerikaner rocken Oberschule Flotwedel
20:25 25.04.2016
Beim Schauspielunterricht zeigen die Amerikaner, wie man Aschenputtel mit einem Augenzwinkern interpretieren kann. Morgen stehen sie gemeinsam mit den Oberschülern auf der Bühne.  Quelle: Alex Sorokin
Eicklingen

Sie trainieren mit den Kindern und Jugendlichen für eine Aufführung, die am Mittwoch um 19 Uhr in der Turnhalle der Oberschule stattfindet.

Und die rund 160 Schüler gehorchen aufs Wort, Diskussionen gibt es nicht. Zum einen, weil der Großteil der Musikstudenten aus Corona kein Deutsch versteht, zum anderen weil die Kinder von den Gästen begeistert sind.

Mit einfachen Mitteln nehmen sie den Kindern die Angst vorm Mitmachen. Zunächst zeigen sie erstmal, was sie können. Die Kinder rufen Namen von Künstlern, verschiedene Studenten singen deren Songs. „Wer hat von euch schon professionellen Gesangs-, Schauspiel- oder Tanzunterricht genommen, bevor ihr zu den Young Americans kamt?“, fragt der deutsche Maurice Meuschel, der auch in Corona studiert. Nur ein paar Hände gehen nach oben. „Seht ihr? Auch ihr könnt das schnell lernen“, sagt Meuschel und spricht aus Erfahrung.

Der 21-Jährige stammt aus Bockelskamp und tourt nun mit den „Young Americans“ durch die Welt. Denn die Gruppe kommt zwar aus Amerika, viele ihrer Mitglieder aber nicht. „2005 habe ich mal in der CD-Kaserne mitgemacht und war voll begeistert“, sagt er. Nach seinem Abitur ging er nach Corona zum Studieren. „Ein Jahr lang bekommt man dort ein Trainingsprogramm, danach tourt man durch die Welt und lernt verschiedene Kulturen kennen“, sagt Meuschel. Und die Studenten lernen nicht nur die verschiedenen Kulturen kennen, sondern auch die verschiedenen Sprachen. Als Meuschel das Wort „Dudelsack“ sagt, kriegen die Amerikaner sich kaum ein.

Die Kinder haben ebenfalls Spaß. In kürzester Zeit lernen sie moderne Tanzschritte, die sie aus Hollywood-Filmen oder Musik-Videos kennen. Am Mittwoch steht dann die Gruppe Young Americans, die schon vor sechs US-Präsidenten gespielt hat, zunächst eine Stunde lang allein auf der Bühne. Danach kommen die Schüler dazu - natürlich mit Unterstützung der Allround-Talente. „Die Kinder sind danach noch drei Tage wie elektrisiert. Das gibt ihnen ein unglaubliches Selbstbewusstsein“, sagt Lehrer Krüger. Dafür nimmt er gerne in Kauf, dass seine Schützlinge besser auf die Gäste hören als auf ihn.

Von Alexander Hänjes