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Eicklingen Eicklinger Bastler geben sich geheimnisvoll
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18:46 07.05.2015
Fotografieren verboten: Die Eicklinger Holger Wirbals (links) und Peter Herzig gewähren keinen tieferen Einblick in ihren "kolossalen" Festwagen. Quelle: Benjamin Westhoff
Eicklingen

Wenn Werner Schnelle auf den nur alle vier Jahre durch Eicklingen ziehenden Schützenfestumzug angesprochen wird, gerät er ins Schwärmen und geizt nicht mit Superlativen: „So was hat der Landkreis noch nicht erlebt“, „Das wird von der Länge her der größte Celler Umzug“ oder „Wir erwarten knapp 2000 Zuschauer“.

Während sich Schnelle als Pressewart der stets für das Fest rund um das Pfingstwochenende neu gegründeten Schützengesellschaft um die Vermarktung kümmert, wird in vielen Eicklinger Scheunen und Garagen auf Hochtouren an den bunten Festwagen gewerkelt. Doch darüber, für welches frei wählbare Motto sich die einzelnen Gruppen entschieden haben, wird das Tuch des Schweigens gelegt. Es herrscht absolute Geheimhaltung, nicht einmal Schnelle weiß genau Bescheid – mit Absicht: „Ich will mich nicht verplappern und das Thema versehentlich herausposaunen.“

Seit gut acht Wochen arbeitet die im Festjargon als „Die Panzeknacker-Bande“ bekannte Gruppe um den Chef-Baumeister Jens Vocke an ihrem Wagen – die Clique macht bereits zum siebten Mal beim Umzug mit. In der großen Scheune riecht es nach frischer Farbe, überall liegen Werkzeuge verteilt.

„Wir haben uns für eine wahrlich kolossale Bauweise entschieden“, verrät Vocke, der zusammen mit seinen etwa 30 Mitstreitern bis zum Fest mehr als 500 Stunden in das rollende Kunstwerk gesteckt haben wird. Und Vocke übertreibt keineswegs. Die Bastler haben auf einem zehn Meter langen Tieflader eine beeindruckende Holzkonstruktion, die mehr als drei Meter hoch und ebenso breit ist, gebaut. „Wir hoffen, dass wir den Wagen am Ende aus der Scheune herausbekommen“, sagt Vocke.

Das gemeinsame Projekt, das Fortsetzen einer langen Eicklinger Tradition und die lustigen Bauabende samt Kostümen für den Umzug lassen sich die Heimwerker pro Person mehr als 100 Euro kosten. „Wir tragen gerne dazu bei, dass sich Eicklingen nach außen lustig präsentiert“, sagt Holger Wirbalz.

Etwas weniger groß, aber nicht weniger imposant ist der Anhänger des deutlich jüngeren Freundeskreises um Marius König. „Wir haben uns ein Thema ausgesucht, dass einzigartig ist und dass es in der Form noch nicht gab“, verrät er vielsagend. Etwas konkreter wird dagegen Annika Böse: „Der ein oder andere Hai wird auf unserem Wagen zu sehen sein.“

Auch die jüngeren Leute haben Hunderte Euro und etliche Stunden in den Aufbau des Trecker-Anhängers investiert. „Es wurde versucht, die Konstruktion so anzulegen, dass der Aufbau in anderer Form beim nächsten Mal wieder benutzt werden kann“, erklärt König.

„Wir sind alles Eicklinger, sind da reingewachsen und setzen die Tradition unserer Eltern fort“, beschreibt Irina Wenzler die Motivation der elfköpfigen Gruppe. „Außerdem ist das einfach eine Mordsgaudi“, ergänzt Marc Drews. Denn bei den wöchentlichen Treffen wurde nicht nur gearbeitet, sondern auch gegrillt, geklönt und gefeiert.

Von Kai Knoche