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Eicklingen Erhard Köneke wirft das Handtuch
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18:10 17.11.2010
Erhard Köneke mit dem zerstörten Reifen vor dem zerkratzten Wagen. Quelle: Joachim Gries
Eicklingen

„Sie haben ihr Ziel erreicht, wenn es denn aus dem politischen Raum kommt“, sagt Köneke. Eigentlich wollte er Dienstag alles hinwerfen, als er entdeckte, dass sein Auto auf beiden Seiten und am Heck zerkratzt war. Das hatte er am Vorabend im Dunkeln nicht gesehen. „Buff, buff, buff“, hatte es da gemacht, als er losfuhr. Als er mit der Hand über den Reifen fuhr, entdeckte er die Metallkralle im Gummi.

„Hoffentlich ist da nicht mehr“, hatte er Dienstagmorgen im Bett noch gedacht. Denn schon lange ist Könecke Ziel von Attacken. Vor zwei Jahren war ihm, ebenfalls während einer Ratssitzung im Sportheim, der Wagen auf der rechten Seite zerkratzt worden. 1400 Euro betrug damals der Schaden. Köneke fuhr seither immer mit dem Rad zur Sitzung, aber Montag war er nach einer Fraktionssitzung in Eile und nahm das Auto. Auf bis zu 4500 Euro schätzt der Sachverständige diesmal den Schaden am goldbraunen Nissan Qashqai. Die kommunale Versicherung wird den Schaden des Ratsherrn begleichen.

„Das ist ein langer Kram“, sagt Köneke zu weiteren Attacken, die ihn in der Vergangenheit schädigten. Zwei seiner Beregnungsbrunnen am Moorweg wurden mit Sand verstopft, er musste neue bohren, 19 Beregnungsrohre dort vor vier, fünf Jahren durchlöchert. „Ich könnte keinen verdächtigen“, sagt der Eicklinger. Er rätselt, ob es mit dem Konflikt um das Einkaufszentrum oder mit dem vor Jahren heftig diskutierten Kiesabbau zu tun haben könnte. „Da haben wir uns mächtig gestritten“, räumt er ein.

1991 wurde Köneke auf der CDU-Liste erstmals in den Rat Eicklingen gewählt, war aber nicht Mitglied der Partei. Nach vier Jahren gründete er mit Mitstreitern die LUB. Sie war nach der Wahl 2006 zweitstärkste Fraktion, schrumpft jetzt von vier auf drei Sitze, weil es für Köneke keinen Nachrücker auf der Liste gibt. Seit 14 Jahren saß er auch im Samtgemeinderat. Bis zum Erreichen der Altersgrenze war Köneke in der Feuerwehr, sein letztes Punktspiel bei der Altherren-Mannschaft des TuS Eicklingen absolvierte er 2009, im Kirchenvorstand ist er seit über zwei Jahrzehnten aktiv.

Um seine Familie und sich zu schützen, zieht sich Köneke jetzt aus der Politik zurück. Den Vorsitz im Heimatverein behält er, da haben ihn Dienstag Mitstreiter bekniet. Er wird weiter mit anpacken, wenn er gebraucht wird. „Meine Einstellung ändert sich nicht. Wenn jemand in Not und Gefahr ist, wird geholfen. Denn morgen kann ich dran sein.“

Von Joachim Gries