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Eicklingen Flotwedel setzt Kyoto lokal um
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Eicklingen Flotwedel setzt Kyoto lokal um
17:21 23.01.2014
Mit der Senkung des Energieverbrauchs soll im Flotwedel auch der Ausstoß von Treibhausgasen gesenkt werden. Quelle: Jens Büttner
Eicklingen

Was bei den internationalen Klimaschutzkonferenzen von Kyoto und Rio von Diplomaten und Experten auf höchster Ebene diskutiert und vereinbart wurde, das will jetzt die Samtgemeinde Flotwedel auf lokaler Ebene umsetzen. Am Dienstag fand in Eicklingen die Auftaktveranstaltung zur Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes statt. Ziel ist es, in der Samtgemeinde einerseits den Anteil erneuerbarer Energien zu steigern, anderseits die Energieverbräuche und damit den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 zu mindern. Nicht nur kommunale Gebäude und Straßenbeleuchtung sollen unter die Lupe genommen werden, vielmehr sind auch Handel und Gewerbe und private Haushalte zum Mitmachen aufgerufen.

Als Partner zur Erarbeitung des Klimaschutzkonzeptes tritt die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) auf. Die Gesellschaft, die 1915 zur Entwicklung des ländlichen Raums gegründet worden war, hat in ihrer zentralen Geschäftsstelle in Hannover ein fünfköpfiges Energieteam. Sabine Schröder und Stefan Engelhardt von der NLG umrissen vor rund 40 Zuhörern aus Politik und Verwaltung, aus Handwerk sowie aus dem privaten Bereich, worum es bei dem Konzept überhaupt geht.

Ausgangspunkt ist, dass die Staaten vereinbart haben, den Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 um 80 bis 95 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Um das zu erreichen, soll auf lokaler Ebene angesetzt werden. Für die Samtgemeinde Flotwedel bedeutet das, im ersten Schritt Daten zu erheben und eine Energiebilanz sowie eine CO2-Bilanz zu erstellen. Nach einer Ist-Analyse sollen dann die Handlungsbereiche festgelegt werden. Die könnten etwa aus einer Gebäudesanierung oder aus dem zusätzlichen Einsatz erneuerbarer Energien bestehen. Dabei ist auch eine finanzielle Förderung von 65 Prozent möglich.

„Wir machen die Konzepte nicht. Das sollten Sie im Idealfall machen“, warb Engelhardt bei den Anwesenden um Mitarbeit. Die NLG werde den Prozess moderieren und koordinieren. Komme es zu konkreten Vorschlägen, würden sie von der NLG bewertet. Eingesparte Potenziale würden genau dokumentiert. Denkbares Ziel sei die Beschäftigung eines Klimaschutzmanagers, der Interessierte berate. Engelhardt machte deutlich, dass sich Energieeinsparung auch in barer Münze auszahle, zudem die Luftqualität verbessere und die lokale Wirtschaft belebe.

Eicklingens Bürgermeister Hermann Rodenberg äußerte Zweifel, dass die Kommune ohne zusätzliches Personal in der Lage sei, den Energieverbrauch ihrer Liegenschaften genau zu erfassen. „Wir haben die Verbrauchszahlen“, konterte Samtgemeindebürgermeister Helfried H. Pohndorf. Allerdings würden die Zahlen mit neuen Krippen und Ganztagsbetreuung an den Schulen auch steigen. In Arbeitsgruppen soll die Aufgabe jetzt konkret angegangen werden.

Von Joachim Gries