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Eicklingen Gemeinde Eicklingen kauft historisches Glockenhaus
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16:04 09.11.2017
Das Glockenhaus in Eicklingen gehört nach langwierigen Verhandlungen wieder der Gemeinde. Den Heimatvereinsvorsitzenden Erhard Köneke, Leader-Managerin Gudrun Viehweg und Bürgermeister Jörn Schepelmann (von links) freut der Kauf. Quelle: David Borghoff
Eicklingen

"Ich bin richtig glücklich, dass das geklappt hat", sagt Schepelmann über den Kauf des Glockenhauses. Jahrzehntelang stand es leer, die auswärtige Besitzerin wollte nicht verkaufen. Die Gemeinde bemühte sich trotzdem um eine Einigung, denn: "das hier ist die historische Ortsmitte Eicklingens. Wir wollen das Gebäude für die Einwohner zugänglich machen", erläutert Schepelmann.

Als die frühere Besitzerin schließlich doch Verkaufsbereitschaft signalisierte, stand einer Einigung noch der Preis im Weg. Mit Verhandlungsgeschick erzielte man statt der erst geforderten sechsstelligen Summe einen deutlich niedrigeren Preis im mittleren fünfstelligen Bereich. Für die Restaurierung und Umgestaltung des Glockenhauses wolle man Fördermittel der Leader-Region "Aller-Fuhse-Aue" beantragen, kündigt Schepelmann an. Rund 80 Prozent der Kosten könnten aus diesem Topf gedeckt werden, sagt Leader-Managerin Gudrun Viehweg von der Amtshof-Eicklingen-Planungsgesellschaft. Als wichtige Bedingung nennt sie eine multifunktionale Nutzung der Räume.

Auch Viehweg freut sich, dass das Nachbargebäude des Amtshofs wieder der Gemeinde gehört: "Wir wollen endlich wieder Leben in das Glockenhaus bringen." Dasselbe Ziel verfolgt Erhard Köneke. Der Vorsitzende des Eicklinger Heimatvereins "Altes Amt" möchte die Vergangenheit wieder aufleben lassen. Das Glockenhaus sei dafür ideal: "Wir suchen schon lange einen Ort, um die Dorfgeschichte zu dokumentieren." Auch ein Archiv kann sich Köneke im Glockenhaus, das um 1700 errichtet wurde, vorstellen.

Noch stehen die Verantwortlichen allerdings ganz am Anfang. Gemeinsam mit Vertretern der örtlichen Vereine und Verbände sowie dem Amtshof entwickeln Ratsmitglieder in einer Arbeitsgruppe ein Konzept, wie das Gebäude genutzt werden kann. Gut 100 Quadratmeter umfasst das zweigeschossige Glockenhaus. Im Erdgeschoss sind drei der Räume hergerichtet worden: ein Wohnzimmer, eine Küche und eine Schlafkammer. Niedrige, grau lackierte Türen mit Glasscheibe in Rautenform erwarten Besucher im Vorraum.

Im Türmchen hängt keine Glocke mehr. "Das Original ist in den Kriegsjahren mal nach Wienhausen gegangen", erzählt Köneke. Die Glocke soll zu den ältesten in Niedersachsen zählen und nun im Wienhäuser Kloster lagern. Das veranlasst Köneke zu einem Vergleich: "Was für Wienhausen das Kloster ist, das ist das Glockenhaus für Eicklingen."

Von Amelie Thiemann