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Eicklingen Jäger setzen auf blaue Reflektoren
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Eicklingen Jäger setzen auf blaue Reflektoren
17:35 03.06.2011
Paulmannshavekost

„Ich sehe nicht ein, dass die Jägerschaft alle Kosten alleine trägt“, sagt Heinz Schümer. Der Hundeobmann des Hegerings Flotwedel erläutert: Die Kosten, die bei der Montage von 100 blauen Reflektoren entlang der Kreisstraße 55 zwischen Eicklingen und Paulmannshavekost in dieser Woche anfielen, betragen 550 Euro. Wenn dadurch die Zahl der Wildunfälle sinkt, hat Vorteile für alle Versicherungen, auch auch für Krankenkassen schlagen Behandlungskosten nach einem durch Wild verursachten Verkehrsunfall erheblich zu Buche.

5,50 Euro kostet ein sogenannter Halbkreisreflektor einschließlich Mehrwertsteuer, bei der Abnahme von mehr als 250 Stück reduziert sich der Preis auf 5 Euro. Schon bei einem glimpflichen Unfall kann der Blechschaden schnell 2500 Euro und mehr betragen. Der Jäger will nächste Woche den Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft anschreiben und seinen Vorschlag unterbreiten. Für die Aktion, die er heute mit dem Anschrauben der letzten Reflektoren abschließen will, hat er mit dem LVM-Servicebüro von Heinrich Ebeling und Thomas Ebel in Eicklingen einen lokalen Sponsor gefunden, der alle Kosten übernimmt.

Schümer verweist auf die steigende Zahl der Wildunfälle. Wurden 2009 im Flotwedel 107 Kollisionen mit Rehwild und sechs mit Schwarzwild registriert, waren es 2010 schon 145 mit Reh- und sechs mit Schwarzwild. Im Landkreis Celle stieg die Zahl der Wildunfälle nach seinen Angaben von 864 im Jahr 2009 auf 984 im Folgejahr.

Von der Wirkung der blauen Halbkreisreflektoren, die an die schwarz-weißen Begrenzungspfähle angeschraubt werden, ist Schümer überzeugt. „Es wurden schon viele Vergrämungsmittel probiert, hier sehe ich den Erfolg“, sagt der Waidmann. Das Scheinwerferlicht der Autos werde in einem blauen Ton reflektiert, der in der Natur nicht vorkommen. Das wirke wie ein Drahtzaun, vor dem das Wild zurückschrecke. Jetzt würden Daten gesammelt, um zu belegen, dass die Reflektoren wirken.

Schümer nennt auch den Grund für Wildunfälle: „Wir haben dem Wild die Wege zerschnitten und weggenommen.“ Zur Zeit der Kutschen und auch der ersten Automobile habe es wegen geringer Geschwindigkeit keine Unfälle gegeben.

Der Flotwedeler Jäger versteht nicht, dass sie die Reflektoren nicht an der B214 montieren dürfen. Das habe das Straßenbauamt Verden untersagt, da die Bürsten der Fahrzeuge kaputt gingen, die die Pfähle reinigen. Heiko Gerken, Leiter des Geschäftsbereichs Verden, bestreitet das: „Diese Aussage stammt nicht von uns.“

Von Joachim Gries