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Eicklingen Mit Airbrush-Urnen die letzte Ehre erweisen
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Eicklingen Mit Airbrush-Urnen die letzte Ehre erweisen
14:47 10.02.2015
    Ulrich Bock, Eicklingen, Airbrush-Urnen: Auch individuelle Motive - hier der Kölner Dom - bringt Ulrich Bock in Airbrush-Technik auf die Urnen. Quelle: Martina Hancke
Eicklingen

Rund 90 Standardmotive zählen zu dem Repertoire des Eicklinger Künstler-Trios um Ulrich Bock, das seit nunmehr 19 Jahren neben seinen üblichen Aufträgen auch Urnen in Airbrush-Technik für die Celler „Urnenfabrik“ von Thomas Pludra fertigt. „Hinzu kommen individuelle Motivwünsche der Angehörigen, die sie gegenüber dem zuständigen Bestatter äußern“, so der 51-jährige Eicklinger, der gemeinsam mit Christine Jenschke und Heike Schmidt auch Fotovorlagen auf Urnen umsetzt. Porträts der Verstorbenen gehören dazu, aber auch Musikinstrumente und geliebte Fahrzeuge. „Ich erinnere mich, dass wir einmal eine Urne mit einem Trecker airbrushen sollten, den der Verstorbene so mochte“, erzählt Bock.

Die Zusammenarbeit mit der Firma Pludra begann mit einem Testballon von drei Motiven für eine Bestattungsmesse. Im vergangenen Jahr fertigten die Künstler um die 2000 Urnen an. Zu den beliebtesten Motiven zählen Kreuz und Kerze, zugenommen hat der Wunsch nach Kalligrafie. „Oft ist nur das Wort ‚Danke’ gewünscht, manchmal auch Gedichtverse oder Sprüche“, so der gelernte Bauzeichner, der seit 1991 als selbstständiger Künstler arbeitet. Die Eicklinger gestalten Fassaden und Wandbilder, airbrushen Motorräder und Autos und geben Objekten – von der Badewanne bis zur Satellitenschüssel – einen individuellen Anstrich.

Die Urnen finden ihre Kundschaft mittlerweile in ganz Deutschland und sogar im europäischen Ausland. Jede Urne ist ein Unikat und wird in Handarbeit gefertigt. „Darum gleicht auch keine exakt der anderen“, sagt Ulrich Bock. Für die Ausfertigung arbeitet er mit unterschiedlichen Spritzpistolen und Düsen, um selbst feinste Linien zu ziehen. Das Ergebnis ist – ob Städtemotiv oder Blumenwiese – eigentlich zu schade, um unter der Erde zu ruhen. (mha)

Von Martina Hancke