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Eicklingen Neue Hoffnung für Luigi Böse
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19:06 11.10.2018
Von Christian Link
Die Welle der Hilfsbereitschaft für den an aplastischer Leukämie erkrankten Luigi Böse war riesig. Doch nun könnte eine immunsuppressive Therapie den 20-Jährigen heilen. Quelle: David Borghoff/dpa
Eicklingen

Fußball ist für ihn derzeit tabu, und auch in die Berufsschule darf er nicht: Denn Luigi Böse leidet an aplastischer Anämie. Diese sehr seltene Art der Blutarmut schwächt das Immunsystem so stark, dass bereits eine einfache Infektion einen Krankenhausaufenthalt nötig macht. Bisher schien eine Stammzellenspende für Böse die einzige Aussicht auf Heilung zu sein, doch die Ärzte in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben noch einen letzten Trumpf aus der Tasche gezogen: Mit einer immunsuppressiven Therapie versuchen sie den beliebten jungen Kicker vom TuS Eicklingen wieder gesund zu machen.

Erst eine neuerliche Untersuchung hatte gezeigt, dass die immunsuppressive Therapie für den Eicklinger doch eine Option ist, berichtet Vater Frank Böse. Vor acht Wochen wurde sein Sohn dann in der MHH behandelt. "Luigi hat die Therapie sehr gut vertragen", berichtet er. Doch die Blutwerte seien nur anfangs besser geworden. "Zurzeit stellen wir noch nicht fest, dass es hilft."

Das muss aber nichts bedeuten. "Bei manchen Patienten dauert es sechs Monate, bevor man Verbesserungen sieht", sagt Frank Böse. Eine Stammzellenspende sei auch weiterhin nicht ausgeschlossen. Immerhin gehe es seinem Sohn aber derzeit ganz gut: "In den nächsten Tagen entscheidet sich, ob er wieder zur Schule geht." Der 20-Jährige steht kurz vorm Abschluss einer kaufmännischen Ausbildung bei der CeBus.

"Eine Stammzellenspende ist immer das letzte Mittel, wenn gar nichts mehr geht", weiß Holger Bischoff vom Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellspender-Register (NKR). Doch wenn Luigi Böse darauf zurückgreifen muss, stehen die Chancen gut. "Wir haben drei potenzielle Kandidaten gefunden, die passen könnten", so Bischoff. Das sei auch nötig. "Falls der Wunschspender kurzfristig ausfällt, ist das fatal für den Patienten", erläutert der NKR-Experte. Das Immunsystem des Empfängers werde zur Spende nämlich komplett heruntergefahren, weshalb bei einem Ausfall sofort Ersatz hermüsse.

Die drei Spender stammen zwar nicht aus der Typisierungsaktion für Luigi Böse, an der sich allein in Eicklingen 1135 Menschen beteiligten, sondern aus dem allgemeinen NKR-Register. Doch "Helft Luigi" könnte dafür bald ein anderes Menschenleben retten. "Es könnte sein, dass aus diesem Kreis jemand für eine Spende infrage kommt", sagt Bischoff. Näheres könne er derzeit jedoch nicht verraten. Frank Böse ist begeistert: "Das freut uns sehr, denn es ging nicht nur um Luigi. Es soll auch anderen geholfen werden."

Insgesamt ließen sich knapp 1500 potenzielle Lebensretter im Zuge der Hilfswelle für den 20-Jährigen neu beim NKR registrieren. Vor Ort kamen schon 7500 Euro an Spenden zusammen und nun überreichte der TuS Eicklingen noch einmal 5000 Euro an das Knochenmarkregister – die Summe vieler Einzelspenden an den TuS Eicklingen und die Familie Böse. Allein der VfL Wathlingen hatte 600 Euro beigesteuert, vom SV Nienhagen kamen knapp 500 Euro. Insgesamt kamen rund 4800 Euro zusammen. Böse: "Da haben wir als Familie gesagt, dass wir den Betrag aufrunden."

Die 5000 Euro kann das NKR gut gebrauchen, denn bei jeder Typisierung fallen auch etwa 35 Euro an Laborkosten an. Holger Bischoff war von der Höhe der Spende total überrascht: "Ich bin nachhaltig beeindruckt. Was die in Eicklingen auf die Beine gestellt haben, ist der Hammer."

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