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Langlingen „Ansichten zum Leben mit Herz und Schnauze“
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Langlingen „Ansichten zum Leben mit Herz und Schnauze“
15:29 07.11.2018
Hartmut Gebhard (links) und Eugen Jost bei ihrem Auftritt im Aller-Haus in Langlingen. Quelle: Doris Hennies
Langlingen

„Nimm mich mit Kapitän, auf die Reise …“ – das wohl bekannteste und für ihn lukrativste Lied aus der Feder von Fritz Graßhoff hätte auch gut als Titel für die Veranstaltung in Langlingen getaugt. Dort hatten Hartmut Gebhard und Eugen Jost als schon eingespieltes Duo zu einem ihrer Graßhoff-Nachmittage „um Leben mit Herz und Schnauze“ eingeladen. Aus der großen Schaffenskiste holten sie Gedichte und Lieder des umtriebigen, unkonformen Künstlers – darunter diesmal zahlreiche Seeräuber-Balladen. Insgesamt eine Form von „der Welt aufs Maul geschaut“, die den Zuschauer im vollen Aller-Haus offensichtlich gut gefiel.

Zum Einstand gab´s graßhoffsche Betrachtungen aus seinem „nichtgültigen Bauernkalender“ über den Monat November – bäuerliche Aufgaben, Naturbeobachtungen und … nach Meinung des Autors „die richtige Zeit für Familienplanung“. Das bekannte Halunkenlied beinhaltet das, was dem Schriftsteller und Maler Zeit seines Lebens am Wichtigsten war: Die innere und äußere Freiheit. Das Lied ist eine Absage an alltägliche Mühe und Plage und die Entscheidung, das alles hinter sich zu lassen und loszuziehen in die Freiheit der Halunkerei - Leichte Mädchen, Trinkgelage, schnell geraubtes Geld … bis man genug hat und wohlhabend wieder sesshaft wird, bevor sie einen erwischen und der Strick einen erwartet.

Der Hang zur spitzen Feder und zum „einfachen Volk“ erklärt sich unter anderem aus Graßhoffs Lebenserfahrungen. Als Soldat hatte er den ganzen Zweiten Weltkrieg „durchkrochen“ und lebte dann von 1946 bis 1967 in Celle. Hier entstanden seine Pintenballaden, Whiskykanzonen, Spelunken Songs und Badewannenlieder. Als Dichter, Kabarettist und Zeitkritiker schrieb er über Huren und Zuhälter, Matrosen und Schieber, Gauner und Beutelschneider, Schlimme und Arglose – all Jene, die im Schatten des Wohlstandes lebten und nichts hatten als Herz und Schnauze. Später wanderte er selbst nach Kanada aus, wo er auch starb.

„Graßhoff ist nicht so ganz einfach“ warnte Hartmut Gebhard und deshalb hatten er und sein Begleiter am „Schifferklavier“, Eugen Jost, für den zweiten Teil der Veranstaltung nach der Pause auch einige bekannte Seemannslieder „ausgeliehen“ und eingeflochten. Zwischen den seeräuberischen Moritaten und Bänkelsängereien über Anne Bonny, Mary Read und der grausamen Frau Shang („ sie war so weiß wie Reis … und fett wie eine Made…“) luden die zum Mitsingen ein. Der spontane Chor aus dem Publikum zeigte sich textsicher und hatte ganz offensichtlich Freude an den erinnerungsträchtigen Weisen – einem Mix aus Schlagern und Filmmusik.

Von Doris Hennies

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