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Langlingen CDU will "aus Niedersachsen ein zweites Celle machen"
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Langlingen CDU will "aus Niedersachsen ein zweites Celle machen"
09:46 09.01.2017
Der CDU-Neujahrsempfang war trotz der Wetterlage gut besucht: (von links) Henning Otte, Bernd Althusmann, Christina Langspecht, Klaus Wiswe und Ernst-Ingolf Angermann sprachen zu den Parteifreunden. Quelle: Alex Sorokin
Nienhof

Für 2018 forderte der heimische Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann, dass die „CDU mit in der Regierung sitzt.“ Bernd Althusmann, CDU-Spitzenkandidat für das Amt des niedersächsischen Ministerpräsidenten, ging weiter und betonte fest entschlossen: „Wir wollen regieren.“ Pragmatisch und bodenständig gibt sich der niedersächsischen CDU-Landeschef. Und das kam bei den rund 210 zuhörenden Parteifreunden gut an. Trotz des Kälteeinbruchs und des Blitzeises am Abend zuvor waren viele CDU-Mitglieder nach Nienhof gekommen.

Die Bestätigung der CDU bei den Kommunalwahlen und den Amtswechsel im Celler Rathaus griff Althusmann auf. Jörg Nigges Erfolg bei der Celler Oberbürgermeisterwahl wolle er zum Vorbild nehmen und "aus Niedersachsen ein zweites Celle zu machen“. Die gegenwärtige Landespolitik in Hannover kam dabei nicht gut weg. Mit Applaus wurden die Aussagen Althusmanns gefeiert und an den Tischen heftig abgenickt und bejaht.

„In der Abwägung zwischen Toleranz und Sicherheit hat sich die rot-grüne Landesregierung aus meiner Sicht allzu oft für eine falsch verstandene Toleranz entschieden“, sagte Althusmann. Es sei die Aufgabe der Politik in Niedersachsen dafür zu sorgen, dass Menschen sicher leben. „Für öffentliche Sicherheit auch einsetzen und nicht nur fordern“, ist von Althusmann energisch zu hören, „und das ist die ureigenste Aufgabe der Landespolitik.“ Dazu gehöre die Polizei, der Verfassungsschutz, die Zusammenarbeit dieser Institutionen und eine bessere Ausstattung des Sondereinsatzkommandos.

Doch auch in Sachen Bildung stellt der ehemalige Kultusminister der aktuellen Landesregierung kein gutes Zeugnis aus. „Integration macht man nicht mit links“, resümiert er. Klar spricht er sich für den zusätzlichen Erhalt der Förderschule aus. Wirtschaftlich forderte er geringere Bürokratie für den Mittelstand und Handwerk und die „Weichen“ für die weitere Digitalisierung durch den Breitbandausbau zu stellen.

„Unser Erfolg hat Methode“, verweist Bundestagsabgeordneter Henning Otte darauf, dass im vergangenen Jahr Nigge zu Gast gewesen sei. Kommunalpolitisch sei man im Celler Land auf dem richtigen Weg. Der Breitbandausbau sei gut nach vorne gekommen, auch die Bundeswehrstandorte Bergen, Wietzenbruch und Faßberg wurden gestärkt. Durch das Zukunftsinvestitionsprogramm sei auch die Umsetzung der Barrierefreiheit des Unterlüßer Bahnhofes wieder näher gerückt.

„Nicht nur Städtebauförderung in der Stadt, sondern effektive Förderprogramme für den ländlichen Raum“, forderte Angermann. Dörfer und Gemeinden stehen zunehmend vor Problemen. „Unausgeglichene Haushalte, Einwohnerrückgang, Lücken in der ärztlichen Versorgung, Leerstand und Kaufkraftabfluss“, nannte Angermann die zukünftige Herausforderungen.

Daneben ging es auch um die lokalen Auswirkungen der Flüchtlingskrise. „2015/ 2016 stand die Frage der Unterbringung im Vordergrund“, betonte Landrat Klaus Wiswe. Dazu habe man langfristig Wohnräume angemietet, „wie dazu aufgefordert wurde“. Doch seitens der Landesregierung gebe es nun die Frage, wer die Mitkosten trage. „Wir müssen unsere Werte vermitteln“, erklärte Wiswe weiter, „und das ist verflixt schwierig.“ Es dürfe nicht sein, dass ein syrischer Arzt einen Sprachkurs nicht besuche, da er von einer Frau durchgeführt werde.“