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Langlingen Ein Traum geht in Flammen auf
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16:56 10.11.2010
Die Scheune in Langlingen einen Tag nach dem Brand. Quelle: Joachim Gries
Langlingen

„Dass wir so glimpflich davon gekommen sind“, sagt Marcus Kröhl. „Von hier bis da waren Flammen und Rauch“, sagt der 43-Jährige und zeigt zu den beiden Enden der etwa 25 Metern langen Scheune. Einen Tag, nachdem ein Brand seinen Traum zerstört hat, ist ihm neben Verzweiflung auch Dankbarkeit anzumerken.

Kröhl war Dienstagmorgen um kurz nach 8 Uhr dabei, die Ställe für den Winter vorzubereiten, bald müssen die 16 Zwergziegen, die Kuh und die beiden Pferde rein. „Plötzlich waren da Flammen“, sagt er und zeigt in die Ecke des Gebäudes. Da brannte Stroh. Er rannte raus und rief einer jungen Frau über die Straße zu, die Feuerwehr anzurufen. Das Feuerwehrgerätehaus liegt gleich auf der anderen Straßenseite. Dann heulte die Sirene. Nach einer gefühlten Ewigkeit waren die ersten Feuerwehrleute da, oben in der Scheune brannten Heu und Stroh, alles war verqualmt. Die Feuerwehrleute retten drei Ziegen und das Schwein aus dem Stall.

Und sind dann stundenlang damit beschäftigt, mit Wasser und Schaum den ausgedehnten Brand oben unter dem Dach zu bekämpfen. Dazu müssen Teile der Dachplatten eingerissen werden. „Eine Rauchgas-Explosion stand bevor. Die hätte das Wohnhaus in Trümmer gelegt“, sagt Kröhl. Später hat die Feuerwehr das Feuer unter Kontrolle, mit der Wärmebildkamera wird nach versteckten Brandnestern gesucht. Kröhl kann nur fassungslos zusehen, wie sein Traum, den der Postbeamte mit seiner Frau Kathrin seit acht Jahren in Langlingen verwirklicht, in Flammen aufgehen. Er habe gehofft, dass der Alptraum bald vorbei ist. Es dauert aber Stunden.

Kröhl ruft seine Frau auf der Arbeit an um ihr den Schock bei der Rückkehr zu ersparen. Die Tiere sind ihr Hobby, ihre Liebhaberei, dafür arbeiten sie beide. Viele Langlinger, die Nachbarn, Bekannte bieten noch während des Brands ihre Hilfe an, Kröhl findet das überwältigend. Ihnen ist er genauso dankbar wie den Feuerwehrkräften.

Auf 1000 Euro schätzt er den Wert vom verbrannten Heu und Stroh. Die Schäden am Gebäude kann er nicht beziffern. „Es ist niemand zu Schaden gekommen – kein Mensch, kein Lebewesen“, das sei wichtig, sagt er. Der Langlinger ist froh, dass alle den Brand auf dem Hof unbeschadet überstanden haben und er und seine Frau am Abend gesund ins Bett gehen konnten.

Zurzeit ist die Scheune noch gesperrt, erst muss die Polizei nach Spuren der Brandursache suchen. Dann liegt es an der Versicherung, wie schnell Handwerker anrücken, um das Dach abzudichten. Regen kann Kröhl jetzt gar nicht brauchen. Und bald ist Winter, die Tiere müssen in den Stall.

Von Joachim Gries