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Langlingen „Ein gemeinsamer Ort“
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Langlingen „Ein gemeinsamer Ort“
18:32 22.02.2012
Langlingen

Ein Treff soll entstehen, ein gemeinsamer Ort, an dem Generationen zusammenkommen. So formuliert Langlingens Bürgermeister Ernst-Ingolf Angermann sein Fazit der Bürgerversammlung am Dienstag. Rund 50 Langlinger waren in den Gemeindesaal der Kirchengemeinde gekommen, um Ideen für die Zukunft des Fachwerkhauses an der Kirche zu diskutieren. Aus der ILE-Region Aller-Fuhse-Aue können europäische Fördergelder angeworben werden, für Projekte, die dem Miteinander der Generationen dienen.

Ursprünglich war das Haus ein Stall; in den 1930ern nutzten es die Langlinger als Badehaus, erinnert sich Wilfriede Gerlof. „Am Sonntagabend kamen wir zum Baden her. Nebenan standen Strohliegen“, außerdem bekamen die jungen Frauen Brötchen. Heute finden sich im Inneren gelbe und blaue Wände, am Boden beiges Linoleum, außerdem eine alte Küche. Alles mehr als 30 Jahre alt, alles soll ganz neu werden.

Außen jedoch soll das Gebäude bleiben, wie es ist. Das wünscht sich der Langlinger Volker Behrens. Schon in den 1960er Jahren ging er zum Konfirmanden-Unterricht in das Gemeindehaus. „Wenn vergrößern, dann sollen sie lieber ein neues großes bauen.“

„Alle sollen sich angesprochen fühlen“, sagt Pastor Wildrik Piper. Deshalb agieren kirchliche und politische Gemeinde gemeinsam und künftig auch Langlingens Bürger. Am Dienstag stellte Simone Welzien vom Nienhäger Familienzentrum Kess ihr Konzept vor, es dient als Vorbild. Ganz wichtig: qualifizierte Begleitung. So soll es auch in Langlingen künftig Stellen geben, die zum Beispiel pädagogische Arbeit leisten. Im Büro könnten später einmal die Fäden für gegenseitige Nachbarschaftshilfe zusammenlaufen.

Rund 20 Teilnehmer haben sich für die Planungsgruppe angemeldet. Die Aufgabe, laut Piper: „Bis zum Frühherbst ein tragfähiges Konzept finden.“ Gesucht werden künftige Nutzer, Piper schlägt Hausaufgabenhilfe und Kurse der Familienbildungsstätte vor. „Bevor wir bauen müssen wir Inhalte haben, die mit Personen verknüpft sind.“

Angermann denkt an einen Chor: „Das ist wunderschön, wenn man das hat“ - aber dafür geht man nicht ins Gasthaus.“ Eine neue Küche soll das Gemeindehaus bekommen, für Kochkurse, die Ältere für Jüngere geben: „Senioren haben Lebenserfahrung, die können sie weitergeben“, sagte Angermann gestern. Dabei erntete er – 51 Jahre zählt der Bürgermeister – für seinen Versuch, sich selbst zu den Senioren zu zählen, von den Gästen vor allem eines: herzliches Gelächter.

Isabell Prophet

Von Isabell Prophet