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Langlingen Fehlender Arzt in Langlingen wird kein Einzelfall bleiben
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Langlingen Fehlender Arzt in Langlingen wird kein Einzelfall bleiben
17:19 22.05.2015
Langlingen

Jedenfalls machten Gemeindedirektor Helfried H. Pohndorf und Bürgermeister Ernst-Ingolf Angermann in der jüngsten Ratssitzung wenig Hoffnung, dass schon bald wieder ein Mediziner im Ort praktizieren wird.

Pohndorf betonte, dass Politik und Verwaltung an einem Strang zögen. Er wies auf die bisher unternommenen Schritte bei der Arztsuche hin und zeigte anhand einer Präsentation Langlingens besondere Problemlage, die darüber hinaus auch für die Samtgemeinde zutrifft. Nach dem Hausärztlichen Planungsbereich Landkreis Celle der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) ist die Region mit 110 Prozent überversorgt. Komme es, wie von der KVN in Erwägung gezogen, zu einer Aufteilung des Landkreises in drei Regionen, sähen die Zahlen für das Flotwedel mit 114,7 Prozent noch positiver aus, da die mit Ärzten gut versorgte Stadt Celle dem Südostbereich zugeordnet würde. Das ändere aber nichts an der Tatsache, dass es in Langlingen keinen Arzt gebe. Aktuell praktizieren zwölf Hausärzte im Flotwedel, fünf von ihnen sind 60 Jahre und älter. Damit werde sich das Problem der medizinischen Versorgung für die Samtgemeinde unter Umständen in den kommenden Jahren drastisch verschärfen.

Langlingen hat bereits 50.000 Euro im Haushalt für die Ansiedlung eines Arztes vorgesehen. Doch auch wenn es eine Immobilie für einen Arzt gebe, auch wenn die Gemeinde Geld für einen Umbau zur Verfügung stelle, auch wenn es unter Umständen Fördermittel dafür gebe, sei immer Voraussetzung, einen Arzt zu finden, der nach Langlingen kommen wolle, sagte Pohndorf.

Als denkbare Alternativen stellte der Verwaltungschef zwei Modelle vor, die andere Kommunen in Büsum und im Nienburger Raum verfolgen. Dort tun sich Gemeinden zusammen, stellen ein Gebäude zur Verfügung und stellen Ärzte an. „Es ist nichts Schönes, was ich hier sagen kann“, schloss Pohndorf.

Angermann ergänzte die Angaben und sagte, dass drei angesprochene Gemeinschaftspraxen in der Umgebung kein Interesse an einer Zweigpraxis in Langlingen hätten und auch nicht unbedingt neue Patienten in ihren Praxen wünschten, da sie selber stark ausgelastet seien. Er habe in Eigenregie eine Anzeige im Deutschen Ärzteblatt geschaltet, auf die es drei Rückmeldungen gegeben habe. Zwei Ärzte seien aus Altergründen nicht in Frage gekommen, ein dritter wollte noch in dieser Woche in Langlingen vorbeischauen, er habe sich an der als Wohnung in Aussicht gestellten Hofstelle interessiert gezeigt.

Mit Blick auf das Alter der im Flotwedel praktizierenden Ärzte stellte Angermann fest: „Wir werden in fünf, sechs, sieben Jahren in allen Gemeinden das Problem haben.“

Von Joachim Gries