Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Langlingen Gläserne Raritäten im Langlinger Dorfmuseum
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Langlingen Gläserne Raritäten im Langlinger Dorfmuseum
18:52 10.04.2016
Diese Gläser hat Ilsedore Türk von ihren Großeltern geerbt. Ihre schöne Form begeisterte die Sammlerin schon zu Kindestagen. Quelle: Benjamin Westhoff
Langlingen

Auf zwei langen Tischen zeigte sie ihre durchsichtigen Kostbarkeiten. Die ganz besonderen und zerbrechlichen Stücke hatte die Langlingerin in einer Vitrine. Zum Beispiel einen aufwendig verzierten Teller, der zur Silberhochzeit von Kaiser Wilhelm angefertigt wurde. Den schaut sich Türk besonders gerne an. Doch im Schrank verstauben die Kostbarkeiten bei ihr nicht. "Aus diesen Bechern haben wir schon mal Eis gegessen", sagt sie und zeigt auf eines ihrer Zahlreichen Ausstellungstücke.

Die meisten Glaskunstwerke aus ihrer Sammlung bestehen aus Pressglas. Bei dieser Glasart wird Glas mit Luft in eine Form hineingeblasen. Früher war diese Form aus Holz, später aus Metall. Die industrielle Massenproduktion brachte dem Pressglas auch den Beinamen „Glas der armen Leute“ ein. Hergestellt wurden zum Beispiel Trinkbecher aller Art, Biergläser, Teller sowie Glasschüsseln. Heute ist dieses Glas nicht mehr für arme Leute. "Ein Händler würde für manche meiner Stücke zwischen 15 und 20 Euro verlangen", erklärt Türk.

Sie hat viele verschiedene Dinge in ihrer Sammlung - bei manchen erschließt sich dem Betrachter auf den ersten Blick nicht der Zweck. So zum Beispiel bei einem ovalen Schälchen. "Früher haben noch viele Leute selbst gebuttert", sagt sie. Heute sind die Butterstücken rechteckig und kommen aus der Fabrik.

Die Sammlerin hat ihre Ausstellungsstücke aber nicht nur zum Anschauen, sondern benutzt viele von ihnen von Zeit zu Zeit. Dann reinigt sie sie ganz behutsam mit der Hand. "Ich habe zwar auch einen extra Schongang für Glas in meinem Geschirrspüler, aber da muss man sehr aufpassen, dass nichts kaputt geht", erklärt Türk.

Ihre Ausstellung ist nur eine von vielen, die in diesem Jahr in Langlingen stattfinden. So geht es am 22. Mai, dem internationalen Museumstag, im "Greithen Hüs" um Frachtfahrergeschichten. Kunst und Design stehen dann am 4. und 5. Juni bei "FlotArt" im Mittelpunkt. 150 verschiedene Gewürz-, Heil-, Duft-, und Färbepflanzen sind am 10. Juli beim Kräutergarten- und Handwerkertag zu bewundern. Weiter geht es am 14. August, wenn auf dem Erith-Hof der Großmaschinentag zelebriert wird. Dort zeigt der Treckerclub Langlingen seine schönsten Sammlerstücke. Am 11. September geht es dann im Dorfmuseum um alte Musikinstrumente, bevor das Erntedankfest am 2. Oktober das Ende der Dorfmuseums-Saison einläutet.

Die Langlinger nehmen für ihre Veranstaltungen keinen Eintritt. "Wir sind ein spendenfinanzierter Verein und versuchen unsere Kasse durch Kaffee- und Kuchenverkauf bei den Veranstaltungen aufzubessern", sagt der Vorsitzende des Förderkreises Dorfmuseum Hans-Heinrich Surborg. Wenn bei den restlichen Ausstellungen die Menschen so begeistert sind, wie bei dieser, kann das auch gut klappen.

Von Alexander Hänjes