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Langlingen Joyci ist gern gesehener Gast im Kindergarten
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Langlingen Joyci ist gern gesehener Gast im Kindergarten
16:39 25.08.2010
Keine Angst vor großen Tieren: Anna führt Pony Joyci ganz allein am Strick, Erzieherin Melanie Thurau greift nicht ein. Quelle: Joachim Gries
Langlingen

Gestern war Joyci wieder im Regenbogen-Kindergarten in Langlingen. Joyci ist viel größer als die Kinder der Sechserbande, des letzten Jahrgangs vor der Einschulung. Joyci kommt auf vier Beinen angetrabt und ist eine braune Deutsche Reitpony-Stute. Begleitet wird sie von Melanie Thurau, die 34-Jährige ist Erzieherin im Kindergarten, Joyci ist das Pony ihrer Tochter Lilly.

Vergangene Woche war Joyci zum ersten Mal im Kindergarten und wurde den Kindern vorgestellt. Die lernten, wie die einzelnen Körperteile heißen, die ein Pferd hat, und wie man richtig auf das Tier zugeht, ohne dass es sich erschrickt. Auch das richtige Füttern mit flacher Hand wurde gezeigt.

Das Pferdeprojekt im Kindergarten Langlingen will aus den Kindern keine kleinen Reitern machen, vielmehr soll durch den Umgang mit dem Tier die Wahrnehmung trainiert und gefördert werden, außerdem sollen dadurch alle Sinne der Jungen und Mädchen angesprochen werden.

„Wir haben nicht den Anspruch, dass die Kinder schnell auf dem Pferd sitzen“, sagt Kindergartenleiterin Christa Pulow. Vielmehr gehe es um den therapeutischen Effekt. Die Kinder würden Angst abbauen, wenn sie sich auf das Tier einlassen, sie beobachten sein Verhalten, sie fühlen sein Fell. Und sie sollen Joyci und die Boxennachbarn auf dem Reiterhof in Langlingen durch ein ganzes Jahr begleiten und so den natürlichen Rhythmus miterleben.

Gestern wurde über die Fellpflege gesprochen. Warum muss ein Pferd vor dem Reiten gestriegelt werden? Damit der Schmutz unter dem Sattel nicht scheuert, macht Pulow deutlich, indem sie ein bisschen Erde zwischen den Händen verreibt. Und es gehört schon etwas Mut dazu, das große Pferd zu striegeln. Oder es allein am Strick zu führen.

„Ihr wart richtig mutig“, sagt Pulow gestern nach der zweiten Begegnung mit Joyci. Die Kinder erhalten einen Bogen, auf dem das Pferd zu sehen ist und seine Körperteile benannte sind. Bis zum nächsten Mal sollen sie das Pferd anmalen. „Das Pferd auf dem Bogen, nicht Joyci“, stellt Thurau klar.

Wer will, kann nach dem Jahr mit Joyci einen Pferdeführerschein ablegen. Bis dahin sind noch viele Begegnungen mit Pferden geplant. Fachleute wie ein Tierarzt und ein Hufschmied haben ihre Unterstützung zugesagt, für den 22. September ist eine Fahrt zur Kinderhengstparade in Celle geplant, außerdem ist der Besuch bei der Polizeipferdestaffel in Hannover vorgesehen.

Von Joachim Gries