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Langlingen Klageschrift wirft Langlinger Ehepaar Brandstiftung und Betrug vor
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17:22 12.04.2013
Langlingen

Die Eheleute Basntanis werden beschuldigt, ihr Haus mit Gaststätte vor 16 Monaten, am 12. Dezember 2011, aufgrund ihrer finanziell angespannten Situation selbst in Brand gesteckt zu haben oder einen Dritten beauftragt zu haben, das Haus abzubrennen, um hinterher von der Gebäude- und Hausratsversicherung die Versicherungssumme zu erhalten.

An drei Stellen in der Wohnung im Obergeschoss des Hauses war Feuer gelegt worden, das haben die Ermittlungen laut Klageschrift ergeben. Während des Brands war Marina Basntanis mit den Kindern bei ihren Eltern in Salzgitter, ihr Mann war mit Kollegen in Müden (Aller) bei einer Weihnachtsfeier. Ob er sich dort tatsächlich den ganzen Abend aufgehalten habe, sei nicht festzustellen gewesen, allerdings auch nicht das Gegenteil, geht aus der Klageschrift hervor. „Die Polizei hätte nur den Barkeeper fragen müssen“, sagt Christos Basntanis. „Und wie hätte ich nach Langlingen kommen sollen ohne Auto?“ Er war zur Feier von Kollegen mitgenommen worden und nach 1 Uhr erst nach Langlingen zurückgekehrt.

Die Polizei hatte in den Akten festgehalten, dass in der ausgebrannten Wohnung nur alte Möbel und auffallend wenig Bekleidung vorhanden waren und persönliche Dinge weitgehend fehlten. Das Ehepaar bestreitet das. Die Polizei habe die Räume nur in Augenschein genommen, sagt der 44-Jährige. Er zeigt ein Foto von einem ausgebrannten Kleiderschrank, auf der Kleiderstange hängen nur noch die Metallhaken der verbrannten Bügel. Was soll da von der Bekleidung noch übrig sein?

„Wir haben die Sachen gefunden, die uns entlasten“, fügt seine Frau hinzu. Unter dem Brandschutt hätte ihr Mann viele Dinge freigelegt, die die Polizei als nicht vorhanden aufführte. Die Fotos bewiesen das. Gefunden hat das Ehepaar in dem Haus auch den Vertrag mit einem Celler Makler, der für das Gebäude in Langlingen einen Käufer finden sollte. Der Vertrag lief ab 1. September 2011 über ein Jahr. Knapp zweieinhalb Monate später brannte das Haus ab.

Die Familie wollte sich vom dem Haus trennen, für das sie seit dem Kauf im Jahr 2005 den Abtrag zahlte, weil es vor dem Grundstück zu ausländerfeindlichen Pöbeleien gekommen sein soll. Die Gaststätte samt Einrichtung war nicht versichert. Sollte eine Versicherung überhaupt zahlen, würde es vielleicht für den Abriss der Ruine reichen.

„Ich habe zu nichts mehr Lust“, sagt Christos Basntanis. Die Familie stottert jetzt in kleinen Beträgen ihre Schulden ab, die sich seit dem Brand um rund 43.000 Euro erhöht haben.

Von Joachim Gries