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Langlingen Neujahrsempfang der CDU: Spitzen gegen CSU und Celles OB
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Langlingen Neujahrsempfang der CDU: Spitzen gegen CSU und Celles OB
17:36 05.01.2014
Von Christopher Menge
Einstimmen auf das neue Jahr. Mathias Heinemann, Klaus Wiswe, Reiner Haseloff, Henning Otte und Ernst-Ingolf Angermann (von links) beim CDU-Neujahrsempfang in Nienhof. Quelle: Alex Sorokin
Nienhof

Zur guten Stimmung beim traditionellen Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbandes Celle im Gasthaus Duda trug gestern nicht nur die Kapelle der Feuerwehr Oppershausen bei, auch die Redner trafen bei den Parteimitgliedern auf offene Ohren. Die Neujahrsansprache war dabei Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, vorbehalten. In seiner knapp 45-minütigen Rede ging er auf die Partnerschaft zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalts ein, sprach aber auch über Politikverdrossenheit und verteilte eine Spitze gegen die CSU, die bayerische Schwesterpartei der Union.

„Wenn wir die CSU im Griff behalten, wird die Große Koalition auf Bundesebene erfolgreich sein“, sagte Haseloff und sorgte damit für Heiterkeit bei den CDU-Mitgliedern. Als es um die Politikverdrossenheit ging, wurde sein Ausdruck ernster. „Wir müssen den Menschen klar machen, dass die kommunale Selbstverwaltung das höchste Gut ist“, sagte er in Blick auf die niedrige Beteiligung an den Wahlen. Zudem müsse Menschen, die sich engagieren wollen, die Möglichkeit dazu in den Räten gegeben werden.

Darauf ging auch Klaus Wiswe ein, der am 25. Mai als Landrat wiedergewählt werden möchte. In Anspielung auf die für ihn ungehörige Attacke von Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) auf CDU-Stadtratsmitglied Hartmut Knigge sagte er, dass in den Stadt- und Gemeinderäten Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft zusammenarbeiten sollten. „Da muss sich nicht jeder überall auskennen“, so Wiswe, der die elementare Bedeutung des Baus des dritten Abschnitts – „dem Filetstück“ – der Ostumgehung betonte.

Das hatte zuvor auch schon der Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende der CDU, Henning Otte, deutlich gemacht. „Die Ostumgehung steht an erster Stelle“, sagte Otte, „ich würde mir vom Celler Oberbürgermeister daher ein klareres Signal für den dritten Abschnitt wünschen.“ Darüber hinaus wolle er sich im Bundestag für die Bundeswehrstandorte im Landkreis Celle einsetzen. „Dass mit Ursula von der Leyen eine Niedersächsin Bundesverteidigungsministerin geworden ist, kann für das Land nur gut sein“, sagte Otte.

Ein Jahr nachdem Ernst-Ingolf Angermann an gleicher Stelle für seine Wahl in den Landtag warb, kehrte der Lokalmatador als Abgeordneter zurück. Er kritisierte vehement den von der Rot-Grünen Landesregierung beschlossenen Haushalt. Neue Schulden trotz höherer Steuereinnahmen auch über 2017 hinaus seien für ihn genauso unverständlich wie Aufblähung von Staatskanzlei, Regionaldirektionen und Verbraucherschutz durch die Schaffung Hunderter neuer Stellen. Desweiteren richtete er – wie auch Ministerpräsident Haseloff – den Blick auf ländliche Regionen. „Die Landesregierung benachteiligt den ländlichen Raum, dabei muss dieser lebenswert bleiben – insbesondere für Familien.“

Für das Versprechen des Tages sorgte der Gastgeber. Mathias Heinemann, Vorsitzender des Samtgemeindeverbandes Flotwedel, sagte Wiswe für die Landratswahl aus Flotwedel ein Wahlergebnis von 50 Prozent plus x zu. Das würde bei den CDU-Mitglieder dann erneut für gute Stimmung sorgen.