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Langlingen Noch sind im Flotwedel alle Flächen im Rennen
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Langlingen Noch sind im Flotwedel alle Flächen im Rennen
20:45 13.03.2015
Wann sich in der Samtgemeinde Flotwedel neue Windkraftanlagen drehen werden, ist derzeit noch offen. Quelle: Benjamin Westhoff
Langlingen

Noch in diesem Jahr soll feststehen, wo in der Samtgemeinde Flotwedel weitere Windkraftanlagen gebaut werden können. Davon geht Samtgemeindebürgermeister Helfried H. Pohndorf aus, nachdem der Rat der Samtgemeinde in der vergangenen Woche den Entwurf der Änderung des Flächenutzungsplans einschließlich der Begründung sowie die Auslegung mehrheitlich beschlossen hatte. Etwa 40 Bürger hatten die Sitzung in Langlingen verfolgt. Jetzt muss das Planungsbüro Keller in Hannover die endgültige Formulierung der Begründung zu Papier bringen, danach können die Unterlagen in die vierwöchige öffentliche Auslegung gehen. Behörden und Bürger haben dann erneut die Möglichkeit, Einwände vorzubringen.

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hatte bemängelt, dass das ganze Verfahren intransparent und nicht nachvollziehbar sei und beantragt, weiche und harte Tabuzonen sowie weitere Kriterien nachvollziehbar zu definieren und in der anschließenden Ermittlung der Potenzialflächen durchgehend einzuhalten. Den Antrag hatte die Fraktion dann aber in der Sitzung zurückgezogen. „Wir sagen, wir haben alles eingehalten. Das wurde uns auch vom Planer bestätigt“, sagte Hans-Jürgen Erdt vom Bauamt im Wienhäuser Rathaus.

Nicht mehr Gegenstand des Verfahrens ist die Teilfläche 7-1 bei Hohnebostel. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, sie zu streichen. Von den ursprünglich für Windkraftanlagen vorgesehenen Flächen waren zuvor aus Gründen des Naturschutzes bereits die Teilflächen 2-1 und 2-2 bei Neuhaus, die Fläche 3 westlich von Eicklingen sowie die Flächen 8-2 und 8-3 südlich von Wiedenrode gestrichen worden, zudem die Fläche 1 nördlich von Oppershausen, die in der Einflugschneise des Fliegerhorstes Wietzenbruch liegt.

Für die Streichung weiterer Flächen habe es keinen Konsens gegeben, sagte Pohndorf. Jede Fraktion habe einen anderen Vorschlag gehabt. Die Bevölkerung fordert der Verwaltungschef auf, mit den gewählten Vertretern zu sprechen. „Ich habe nur eine Stimme, ich bin in keiner Fraktion“, betont Pohndorf. Ziel müsse es sein, bei der Flächennutzungsplan-Änderung zu einem größtmöglichen Kompromiss zu kommen. Man plane etwas, das die Samtgemeinde in den kommenden 20 bis 30 Jahren betreffe.

Der Verwaltungschef schließt nicht aus, dass von Investoren im weiteren Verfahren neue Flächen eingebracht werden. Die Fraktionen, der Bauausschuss und der Rat müssten im Abwägungsprozess darüber befinden, wie damit umzugehen sei. Entscheidend sei, dass das Verfahren rechtssicher sei.

Nach dem Satzungsbeschluss durch den Samtgemeinderat muss der Landkreis die Flächennutzungsplan-Änderung genehmigen. Sollten sich dabei Diskrepanzen zwischen den Flotwedeler Plänen und dem Regionalen Raumordnungsprogramm ergeben, das der Landkreis gerade erarbeitet und das ebenfalls die Ausweisung von Windkraft-Vorrangflächen zum Ziel hat, werde es zu einem Abstimmungsprozess kommen müssen, so Pohndorf.

Joachim Gries

Von Joachim Gries