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Langlingen Schwere Vorwürfe gegen Landwirt nach 13-fachem Mähtod bei Langlingen
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Langlingen Schwere Vorwürfe gegen Landwirt nach 13-fachem Mähtod bei Langlingen
20:58 09.07.2018
Von Christian Link
Vor oder während der Mahd gefundene Wildtiere dürfen nur mit höchster Vorsicht angefasst werden. Wenn ein Rehkitz nach Menschen riecht, nimmt es die Ricke in der Regel nicht mehr an. Grasbüschel zwischen den Händen helfen weiter. Quelle: Matthias Balk
Langlingen

Bei dem mutmaßlichen Tierquäler soll es sich um einen Landwirt aus dem Landkreis Gifhorn handeln, der für die Versorgung einer Biogasanlage mit seiner Mähmaschine unterwegs war. Dabei soll er ohne Rücksicht auf Verluste insgesamt 20 Hektar gepachtete Flächen gemäht haben – davon vier Hektar bei Langlingen. Direkt nach der Mahd im Mai entdeckten Mitarbeiter der Biogasanlage die vom Schneidwerk grausam zugerichteten Rehkitze. Fünf Tiere mussten von ihren Qualen erlöst werden.

Revierpächter Gajek ist entsprechend wütend. „Jeder Bauer, der mäht, muss vorher Maßnahmen treffen, um so etwas zu verhindern“, sagt er. Laut Tierschutzgesetz stehen Landwirte und Bewirtschafter in der Pflicht, unnötige Schmerzen und Leiden der Tiere zu verhindern. Vor Mähbeginn müssen sie die Flächen entweder selbst auf ruhendes Wild und Brutnester prüfen oder bei der Jägerschaft um Hilfe bitten. Im aktuellen Fall habe sich der Biobauer aber völlig unkooperativ gezeigt und auch nach dem Vorfall uneinsichtig reagiert. Der Jagdpächter erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei in Wathlingen.

Wenn den Landwirten fahrlässiges Verhalten nachgewiesen werden kann, drohen Geldstrafen – selbst bei geringer Schuld üblicherweise in fünfstelliger Höhe. Bei schwerwiegenderen Vergehen können die Richter sogar eine Freiheitsstrafe auf Bewährung verhängen.

„Man kann nicht hundertprozentig ausschließen, dass beim Mähen keine Rehkitze sterben“, sagt Gajek. Der Langlinger hat ein paar Tricks, um Wildtiere zu vertreiben: Am Abend vor der Mahd stellt er Besenstiele ins Feld, die er mit blauen Säcken überzieht. An jede dieser menschenähnlichen Reh-Scheuchen hängt er Blinklichter und einen Radioempfänger, auf denen er die Nacht über NDR 1 laufen lässt. „Dann können die Rehe Radio hören“, erläutert Gajek seine Vergrämungstaktik.

Laut einer Schätzung der Deutschen Wildtierstiftung werden jedes Jahr in Deutschland mindestens 500.000 Wildtiere bei der Grünlandbewirtschaftung getötet, darunter etwa 90.000 Rehkitze. Manche Jäger sehen vor allem die wachsende Zahl von Biogasanlagen als Gefahr, dass immer mehr Tiere im wahrsten Sinne des Wortes unter die Räder kommen. Rehkitze verstecken sich im Mai am liebsten im Grünroggen, der direkt vor der Mais-Aussaat abgeerntet wird. Dadurch können die Landwirte mit Biogasanlagen zwei Ernten im Jahr einfahren.

Schwere Anschuldigungen gegen einen Landwirt aus der Samtgemeinde Flotwedel: Bei der Polizeistation Wathlingen ist eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingegangen. Demnach wird dem Mann vorgeworfen, am 24. Mai mindestens 13 Rehkitze getötet oder schwer verstümmelt zu haben.

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