Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Langlingen Streit über Langlinger Dorfgemeinschaftshaus
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Langlingen Streit über Langlinger Dorfgemeinschaftshaus
15:54 29.11.2013
Langlingen

„Wir sind auch jetzt noch für ein Dorfgemeinschaftshaus, aber gegen das Verbrennen von Steuergeldern“, begründete Rolf Meyer die Ablehnung. Er spricht von 360.000 Euro, die der Anbau an die Kirche kosten wird. Langlingens Bürgermeister Ernst-Ingolf Angermann (CDU) sieht hingegen nur 315.000 Euro an Kosten, weil viele unnötige Dinge weggelassen werden könnten, die der Architekt in seinen Planungen berücksichtigt hat.

Für die Sozialdemokraten gibt es aber trotzdem mehrere Gründe, die gegen diesen Beschluss sprechen. „Neben den viel zu hohen Kosten ist es der enorme Zeitdruck. Alternative Planungen sind nicht mehr möglich, Eigenleistungen bei einer so straffen Bauplanung praktisch unmöglich, weil es nur Fördergelder von 100.000 Euro gibt, wenn der Bau bis Ende 2014 abgerechnet ist”, sagt Meyer. Bisher gibt es nach seiner Auskunft aber nicht mal einen Vertrag zwischen Kirche und Gemeinde, der die Nutzungsbedingungen und Verantwortlichkeiten regelt. Auch Nutzer könnten nicht genügend mit einbezogen werden.

Meyer kritisiert auch, dass es wenig für viel Geld gibt: „Nach der Planung gibt es 68 Quadratmeter Nutzfläche, einen Lagerraum für Stühle und eine Küche. Mehr nicht.“ Das 2010 fertiggestellte DGH in Nienhof habe 230.000 Euro gekostet, eigene Toiletten, einen großen Dachraum und passe baulich hervorragend in sein Umfeld. "Viele Einwohner haben sich mit ihrer Arbeit am Bau beteiligt und sind zu Recht stolz auf ihr Dorfgemeinschaftshaus", so Meyer.

Angermann weist die Kritik der Opposition zurück: „Es gab eine Einwohnerversammlung und es ist klar, dass der Raum nötig ist”. Zudem gebe es nur in diesem kurzen Zeitfenster noch Fördergeld. Danach sei es fraglich, ob Langlingen so einen Zuschuss noch einmal bekommen werde. „Das DGH in Nienhof ist zudem nicht mit dem jetzigen Projekt vergleichbar, zumal es in den vergangenen Jahren enorme Kostensteigerungen am Bau gegeben hat”, so Angermann. Er verwies zudem darauf, dass ja grundsätzlich Einigkeit darüber bestehe, dass der Ort einen solchen Raum benötige.

Die Fördergelder kommen aus Ziel-1-Mitteln und sind Restbestände, die in der ablaufenden Förderperiode von anderen Kommunen nicht verbraucht und daher zurückgegeben wurden. (th)

Von Tore Harmening