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Langlingen Unser plattdeutscher Erzähler
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16:57 12.09.2018
Heinrich Bütepage hat das Dorfleben in Langlingen entscheidend mitgeprägt. Quelle: Hans-Heinrich Surborg
Langlingen

Heinrich Bütepage kannte viele Geschichten. Es gab kaum eine Situation, in der ihm nicht eine Redewendung, eine Anekdote oder Geschichte, meist auf Plattdeutsch, einfiel, mit der er die Menschen erheitern, unterhalten oder auch nachdenklich stimmen konnte. Dies half ihm besonders im Dorfmuseum Langlingen bei Vorführungen und Erklärungen, um mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen und so den Museumsbesuch zu einem lebendigen Erlebnis werden zu lassen.

Das Plattdeutsche und die Geschichten müssen ihm sehr wichtig gewesen sein, sonst hätte er wohl nicht vier kleine Büchlein zwischen 1991 und 1998 geschrieben und selbst veröffentlicht. Er schuf damit einen kulturhistorischen Schatz für uns, da sich darin das Leben und Denken der Menschen dieser Gegend, von vor etwa 70 bis 150 Jahren, in ihrer Alltagssprache widerspiegelt. Die ganze Bandbreite der Themen von lustig bis traurig, von weltlich bis religiös wurde unter dem Titel „Dit un dat un noch so wat“ niedergeschrieben. Private Erlebnisse aus Kinder- oder Kriegszeiten sind ebenso enthalten wie überlieferte Geschichten oder eigene Gedanken.

Heinrich Bütepage wurde 1924 in Hohnebostel geboren und verbrachte dort die Kindheit und Jugend. Nach der landwirtschaftlichen Lehre wurde er 1942 mit 18 Jahren zur Wehrmacht eingezogen. Wie durch ein Wunder überlebte er die Einsätze an der Westfront, drei Jahre Gefangenschaft in Russland und kehrte anschließend nach Hohnebostel zurück. Dort bewirtschaftete er zusammen mit seiner Ehefrau Ilse den elterlichen Hof im Haupterwerb, bis er 1972 auf dem Versuchsfeld in Altenhagen eine Stelle annahm. Später wurde er dort Leitender Techniker und übte diese Tätigkeit bis zur Rente aus.

In seiner Freizeit engagierte er sich unter anderem in der Freiwilligen Feuerwehr Hohnebostel, im Aufsichtsrat der Volksbank und ab 1989 im Förderkreis des Dorfmuseums Langlingen. Er hat den Verein mitgegründet und zunächst als stellvertretender Vorsitzender, später als Vorsitzender fast bis zu seinem 82. Geburtstag 17 Jahre lang das Vereinsleben mitgestaltet und geleitet. Mit seiner fröhlichen, bescheidenen Art gelang es ihm immer, die Menschen für die Arbeit im Verein und für das Museum zu gewinnen. Neben der Ausstellung der Maschinen und Gerätschaften war es ihm ein besonderes Anliegen, den Umgang damit und den Gebrauch zu zeigen. In zahllosen Vorführungen wurden Ernte- und Verarbeitungsverfahren bis hin zur Waldarbeit demonstriert und erklärt.

Er hat den Begriff des „lebendigen Museums“ ganz wesentlich mitgeprägt und damit zum Bekanntheitsgrad des Dorfmuseums maßgeblich beigetragen. Der Ehrenvorsitzende des Förderkreises Dorfmuseum Langlingen Heinrich Bütepage verstarb am 24. August.

Von Hans-Heinrich Surborg

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