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Langlingen Wer hilft Flotwedels Asylbewerbern?
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Langlingen Wer hilft Flotwedels Asylbewerbern?
17:09 17.01.2014
Langlingen

Von Ratlosigkeit war die Diskussion geprägt, die der Sozialausschuss der Samtgemeinde Flotwedel über das Thema Asylbewerber führte. Der „Runde Tisch für Kinder- und Jugendarbeit Samtgemeinde Flotwedel“ hatte einen entsprechenden Antrag gestellt und auch gefordert, dass die Öffentlichkeit hergestellt werde, damit ein Gedankenaustausch auf breiter Basis stattfinden könne. Die Unterstützung, die die Samtgemeinde Asylbewerbern bei der Unterbringung biete, werde durchaus gesehen, sagte Gunda Engelmann vom Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen (VSE) als Vertreterin des Runden Tisches. Dem Runden Tisch gehe es um den psychosozialen Aspekt, um die Bewältigung von Alltagsproblemen. „Wie lese ich einen Antrag, wenn ich der deutschen Sprache nicht mächtig bin“, nannte Engelmann als konkretes Beispiel.

Thorsten Müller (Grüne) brachte den Begriff Willkommenskultur in die Diskussion ein und bezeichnete es als Wunsch, die Bevölkerung und die Vereine bei der Integration der Asylbewerber mit einzubeziehen. Er fragte nach, welche konkreten Bedarfe der Runde Tisch bisher erfasst habe. „Wie kommen die Kinder zur Schule?“, um so etwas gehe es, sagte Dietmar Lutz vom VSE. Er berichtete, dass sich bisher drei Freiwillige gemeldet hätten, die dolmetschen könnten. Hilfreich sei ein Netzwerk, das die Angebote aller Institutionen für Asylbewerber umfasse.

„Die größte Schwierigkeit ist die Sprache“, stellte Heinrich Behrens (CDU) fest. Er berichtete von Unterstützung durch einzelne Einwohner in Bröckel. Und er formulierte den Satz: „Wenn wir den Menschen helfen wollen, sind alle Bürger Flotwedels gefordert.“ Er regte an, dass die Verwaltung aufliste, wie viele Asylbewerber in den vergangenen zwei Jahren ins Flotwedel gekommen seien, wie lange sie durchschnittlich hier blieben, um dann bei Institutionen wie dem Familienzentrum Kess nachzufragen, welche Unterstützung sie leisten könnten.

Als sich abzeichnete, dass das Thema an den Runden Tisch zurückgegeben wird, fragte Engelmann nach: „Gibt es nicht aus dem politischen Raum das Interesse, das Thema weiter zu diskutieren?“ Das griff Kerstin Ackermann auf: Wenn wir auf ein Problem aufmerksam machen, hat sich die Samtgemeinde dem zuzuwenden. Die Samtgemeinde als Obdachlosenbehörde kümmere sich um die Unterbringung der Asylbewerber. Viel mehr sei aus personellen Gründen nicht möglich.

Einstimmig vereinbarte der Ausschuss, dass die Verwaltung die Zahl der Asylbewerber aufliste, zudem die Institutionen, die Zuschüsse von der Samtgemeinde erhalten und mögliche Hilfestellung leisten könnten. Der VSE soll den Assistenzbedarf der Menschen zusammentragen, dann soll der Samtgemeindeausschuss erneut diskutieren.

Von Joachim Gries