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Langlingen Wolf reißt Rehbock bei Langlingen
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Langlingen Wolf reißt Rehbock bei Langlingen
17:13 05.10.2017
Zum zweiten Mal hat ein Wolf bei Langlingen Wild gerissen. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch fiel ein Rehbock Meister Isegrim zum Opfer. Zu welchem Rudel der Wolf gehört, soll mit einer DNA-Probe festgestellt werden. Quelle: Julian Stratenschulte
Langlingen

Jäger Winfried Gajek hat das bis auf den Biss unversehrte Tier am Mittwochnachmittag an einem Feldweg nahe der Kreisstraße 51 gefunden, als er sein Revier routinemäßig kontrollierte. "Als ich den Kehlbiss gesehen habe, war mir klar: Das kann nur der Wolf gewesen sein", erzählt der Langlinger. Als Jäger und Leiter des Hegerings Flotwedel kennt er sich aus.

Gajek meldete seinen Fund dem Celler Wolfsberater Volkhard Pohlmann, und der Experte bestätigte den Verdacht eines Wolfsrisses. "Man konnte deutlich den Kehlbiss erkennen", beschreibt Pohlmann. "Der Kehlkopf war zerbissen." Den Beweis, dass tatsächlich ein Wolf den Rehbock gerissen hat, wird jedoch erst eine DNA-Probe bringen. "Das wird mindestens vier Wochen dauern", schätzt der Wolfsberater. Er geht davon aus, dass der Riss in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch erfolgt ist.

Warum der Rehbock vom Wolf getötet, aber nicht – wie es in der Fachsprache heißt – angeschnitten wurde, können Pohlmann und Gajek nur vermuten. "Der Wolf ist wahrscheinlich gestört worden", sagt Pohlmann. Immerhin sei der Fundort nicht weit von der Kreisstraße entfernt gewesen. Ohne eine Störung hätte das Raubtier den Bock üblicherweise gefressen. Auch Gajek tippt darauf, dass der Wolf unterbrochen worden sein muss. Der Langlinger Jäger hat nun am Fundort eine Kamera aufgestellt. "Vielleicht zeigt er sich ja nochmal", sagt Gajek über Meister Isegrim.

Bisher habe es erst einen Riss rund um Langlingen gegeben, erzählt Gajek. Das sei im Februar dieses Jahres gewesen. Ein Rudel gebe es in der Gemeinde nicht: "Das nächste bestätigte Rudel ist bei Eschede." Aber: "Die Wölfe gehen auf Wanderschaft und ziehen hier durch. Auf Kameras haben wir hier schon Wölfe gesehen." Und noch etwas spricht laut Gajek dafür, dass Langlingen längst zum Jagdrevier der Wölfe zählt: "Seit anderthalb Jahren kommt das Wild erst ganz spät zur Äsung raus. Die Tiere sind hochnervös. Das ist ein Indiz dafür, dass der Wolf unterwegs ist."

Aus welchem Rudel der Wolf stammen könnte, der den Rehbock bei Langlingen gerissen hat, möchte Wolfsberater Pohlmann nicht spekulieren. Das Einzugsgebiet sei groß. "Wölfe legen pro Nacht rund 70 Kilometer zurück, das ist für die kein Problem", stellt der Experte heraus. Die Reviere umfassen zwischen 75 bis 200 Quadratkilometer. Wenn das Nahrungsangebot stimmt, kommen die Wölfe auch mit weniger Platz aus.

Von Amelie Thiemann