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Wienhausen Abstecher auf den Spargelhof: CSU-Minister besucht Nordburg
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13:11 11.10.2017
Markus Santelmann (links) zeigte gestern Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (Dritter von links) seinen Betrieb in Nordburg und erläuterte unter anderem das Konzept eines Boxenlaufstalls. Quelle: Oliver Knoblich
Nordburg

Der CSU-Politiker nutzte seinen Besuch in dem 120-Einwohner-Dorf außerdem für ein Gespräch mit Jungbauern aus der Region.

"Entweder man will nach Nordburg oder man hat sich verfahren", begrüßte Junior-Chef Markus Santelmann den Minister mit einem Augenzwinkern. Schmidt hatte sich ganz bewusst auf den Weg gemacht, um den Eicklinger CDU-Landtagskandidaten Jörn Schepelmann in der heißen Wahlkampfphase zu unterstützen.

Doch bevor es politisch wurde, führte Markus Santelmann durch seinen landwirtschaftlichen Betrieb. "Wir sind für unseren Spargel bekannt", sagte er stolz. Auf 57 Hektar wird das weiße Gold angebaut. Ansonsten gedeihen auf den Äckern noch Roggen, Zuckerrüben und Mais, der sowohl für die Kühe als auch für den Betrieb der Biogasanlage genutzt wird. "Und wir bauen noch auf zwei Hektar Heidelbeeren an – damit es nicht langweilig wird", erzählte der Junior-Chef.

Am Kuhstall ging Schmidt auf Tuchfühlung mit einer neugierigen Kuh, während Markus Santelmann das Konzept des Boxenlaufstalls erläuterte. Die Tiere würden viele Freiheiten genießen, könnten sich im Stall uneingeschränkt bewegen und selbstbestimmt fressen. Nur auf die angrenzende Wiese müssten die Kühe zurzeit aufgrund der Witterung verzichten. "Die würden nur die Wiese schwarz treten", sagte Markus Santelmann. Die Vorlage griff der Bundesminister sogleich auf und scherzte an Anlehnung an die Parteifarbe der Union: "Ansonsten ist Schwarz aber in Ordnung."

Der anhaltende Nieselregen trieb die Vertreter aus Politik und Landwirtschaft schließlich in das Esszimmer der Familie Santelmann. Die anstehende Landtagswahl und ein möglicher Regierungswechsel prägten die Diskussion. "Bei meinem Landeskollegen ist mir politisch viel zu viel Ideologie dabei", kritisierte Schmidt den Niedersächsischen Landwirtschaftsminister und Grünen-Politiker Christian Meyer. Er selbst favorisiere Barbara Otte-Kinast, die als Schattenagrarministerin gegen Meyer antritt. Auch auf Bundesebene dürfe das Ministerium "nicht in grüne Hände" gegeben werden, betonte Schmidt und erntete die Zustimmung der Anwesenden.

Ein zentrales Ziel sei es, die kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betriebe zu stärken. "Dazu zähle ich auch Sie", sagte der Bundesminister an Markus Santelmann gewandt. Man war sich einig, dass den Landwirten mehr Flexibilität beim Düngen zugestanden werden müsste. Schmidt sah einen Vorteil in der Digitalisierung und der Steuerung von Saatgut, Dünger und Pflanzenschutz per GPS. Auf den Einwand von CDU-Politiker Ernst-Ingolf Angermann, dass gerade kleinere Betriebe sich diese Investitionen nicht leisten könnten, antwortete Schmidt ausweichend: "Das müssen wir im Blick behalten."

Von Amelie Thiemann