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Wienhausen Ärmel hochkrempeln und loslegen im Celler Land
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12:33 08.03.2017
Mehrere Standbeine schaffen, lautet die Devise von Junglandwirtin Sina Severloh. Mittlerweile befindet sie sich im zweiten Durchgang mit ihren Masthähnchen. Einen festen Tagesablauf hat sie nicht. Doch im Winter kehrt etwas Ruhe in den Betrieb in Oppershausen ein. Quelle: Hartwig A. Braun
Oppershausen

Der heutige Weltfrauentag steht auch im Zeichen beruflicher Chancengleichheit. Frauen haben in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr Berufe für sich erobert, die als rein männlich galten. Auch in der Landwirtschaft ist dieser Prozess klar zu erkennen. "Ich habe keine Geschlechterunterschiede bemerkt", sagt Severloh. Belächelt wurde sie nie von ihren männlichen Kollegen.

"Was zählt, ist was du leistet und was du kannst", resümiert Severloh. Ganz andere Erfahrung hat die Junglandwirtin während ihres Praktikums in einem Betrieb in Brasilien gemacht. Das Land biete viel Potenzial, kurz habe sie überlegt, auszuwandern. Große Mais- und Sojaflächen, andere klimatische Bedingungen und andere Verfahren habe sie während ihres Austausch kennengelernt. Doch auch ein anderes Frauenbild. "Gerade im ländlichen Raum haben Frauen in der Landwirtschaft kaum Chancen", so Severloh. Ärmel hochkrempeln, Maschinen befüllen und anpacken, das ist es, was die Junglandwirtin an ihrem Beruf so schätzt. Und genau dieses Verständnis habe sie auch in Brasilien gelebt. "Ich musste dafür kämpfen, Trecker fahren zu dürfen."

Ideenreichtum, flexible Organisation und eine Portion Gelassenheit zeigt Severloh, wenn sie vor ihrem neuesten Projekt steht. Neben Kartoffelacker, Biogasanlage, Hähnchen- und Schweinestall sind die ersten Metallstangen für den Tomatenanbau angebracht. Während sich ihre Großeltern noch auf Festpreise verlassen konnten, muss die 30-Jährige immer mit den schwankenden Weltmarktpreisen kalkulieren. "Eine unternehmerische Herausforderung, die eine kreative Betriebsentwicklung erfordert", sagt Severloh.

Der Anteil von Frauen in der Landwirtschaft nehme stetig zu, resümiert Martin Albers, Geschäftsführer des Celler Landvolks. Im Studium liegen die Anteile schon bei 50 Prozent. Bei den Auszubildenden im Landkreis Celle beträgt der Frauenanteil knapp 20 Prozent", so Albers. Landwirtschaft sei schon lange keine reine Männerdomäne mehr.