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Wienhausen Aller-Hochwasserschutz: Alle in einem Boot
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen Aller-Hochwasserschutz: Alle in einem Boot
18:00 04.07.2017
Wienhausen

Als Maßnahmeträger hat Pohndorf jüngst den Vertrag mit der Celler Ingenieurgesellschaft Heidt und Peters unterzeichnet. Das Büro hatte sich gegen vier Mitbewerber in der Ausschreibung durchgesetzt und wird das Projekt der Hochwasserpartnerschaft Aller betreuen. Heidt und Peters sei "eine Nummer" in der Branche, lobt Pohndorf. "Und sie haben den Standortvorteil."

Innerhalb von drei Jahren sollen die Experten nun einen Masterplan für den Hochwasserschutz entlang der Aller erarbeiten. Das Gebiet der 15 Kommunen reicht von Meinersen bis zur Mündung bei Verden. Im Landkreis Celle sind neben dem Flotwedel auch die Stadt Celle, die Samtgemeinden Wathlingen und Lachendorf sowie die Gemeinden Hambühren, Wietze und Winsen dabei.

"Ich bin froh, dass wir das endlich hinbekommen und das Projekt geldlich gefördert wird", sagt der Flotwedeler Samtgemeindebürgermeister. Rückenwind gibt dem Projekt ein Förderbescheid des Umweltministeriums in Hannover aus dem vergangenen Jahr. Die veranschlagten 257.815,65 Euro Gesamtkosten fördert das Land mit 80 Prozent. Die restlichen 20 Prozent kofinanzieren die Kommunen.

Wie Hochwasserschutz entlang der Aller aussehen könnte, das wird die Ingenieurgesellschaft erarbeiten. Dazu werden die Experten alle Begebenheiten vor Ort unter die Lupe nehmen und mit allen Beteiligten wie Kommunen, Landwirten, Verbänden und Vereinen nach Lösungen suchen. "Wir wollen davon ab, Hochwasserbauten zu errichten", betont Pohndorf. Vielmehr sollen Möglichkeiten des natürlichen Wasserrückhaltes in der Fläche untersucht und technische Maßnahmen dort ergänzt werden, wo sie unumgänglich sind. Sogenannte Retentionsflächen, die bei Hochwasser geflutet werden könnten, seien im Gespräch. Brachliegende Flächen kämen dafür in Frage, dafür müssten erst Gespräche mit Eigentümern geführt werden. "Wenn es nicht anders geht, würden wir auch bauen", versichert der Verwaltungschef. Doch das ist alles Zukunftsmusik, das integrierte Hochwasserschutzkonzept steckt noch in den Kinderschuhen.

Andernorts ist man da schon weiter. Die Hochwasserpartnerschaft "Nördliches Harzvorland" war Vorbild für den Zusammenschluss der Aller-Anlieger. Der Bürgermeister der Samtgemeinde Schladen, Andreas Memmert, hat bei dem Bündnis den Hut auf. "Er hat uns begeistert", erzählt Pohndorf. Das Ziel ist dasselbe: in Zukunft einen besseren Hochwasserschutz für alle Beteiligten zu gewährleisten.

Von Amelie Thiemann