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Wienhausen Andora hat nicht einen Millimeter ausgespart
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen Andora hat nicht einen Millimeter ausgespart
17:48 03.12.2018
Von Carsten Richter
Jörg Iffländer und Susanne Coers sind von Andoras Arbeit begeistert. Quelle: Carsten Richter
Wienhausen

Das Schlimmste für ihn sei ein weißes Blatt Papier, sagt Andora. Wo auch immer der Pop-Art-Künstler Hand anlegt, kann man deshalb sicher sein: Es wird bunt, knallbunt. Egal, was er sich auch vornimmt, am Ende wird nicht ein winziger Fleck unbemalt bleiben. Das haben seine zahlreichen Projekte in der Vergangenheit – vom Formel-1-Rennwagen bis zur Weltraumrakete – bewiesen. Andora hat sich schon immer besondere Objekte ausgesucht, die er mit seiner kreativen Schaffenskraft verschönert. Seit der FlotART im Frühsommer dieses Jahres hat er die Orte und Menschen im Flotwedel für sich entdeckt. Das Ergebnis kann sich auch diesmal sehen lassen: Der 60-Jährige hat in einem Wohnhaus in Wienhausen eine komplette Treppe gestaltet. Und wen wundert‘s? Nicht einen Millimeter hat er dabei ausgelassen.

Haus in den 1950er Jahren gebaut

„Die Figuren haben sich während der Gestaltung immer wieder verändert. Das war ein spannender Prozess“, sagt Susanne Coers. Seit 2015 wohnt sie mit ihrem Lebensgefährten Jörg Iffländer in Wienhausen; noch immer befindet sich das Haus im Umbau. Entstanden ist es in der Zeit von 1956 bis 1958. Nachdem Iffländers Großvater aus der russischen Kriegsgefangenschaft kam, hat er es gebaut. „Es stand lange leer. Mein Bruder und ich haben es schließlich geerbt“, erzählt der 57-Jährige.

Erste Kontakte bei der FlotART

Die Umgestaltung des Hauses fiel zusammen mit dem Interesse des Paares an Kunst und Kultur. Beide gehören dem FlotART-Verein an – und sie sind Andora-Fans. Als der „Meister der Farben“ während des Kunstfestes im Wienhäuser Rathaus seine Werke präsentierte, hat Coers ihm bei der Ausstellung geholfen. So sind sie miteinander in Kontakt gekommen. Dabei erwähnte Andora, dass er in seiner Hamburger Privatwohnung schon mal eine Treppe gestaltet hatte. „Da wuchs der Gedanke, ihn einfach mal zu fragen. Und er hat spontan zugesagt“, erzählt die 54-Jährige.

Werk besteht aus mehreren Schichten

Acht Tage hat der Berliner „Meester“ gebraucht, bis das Werk, das er in mehreren Schichten aufgetragen hat, vollendet war. „Erst sah alles nach einem ziemlichen Wirrwarr aus“, erinnert sich Coers. „Wir wussten ja nicht, was dabei herauskommt. So detailreich hatten wir es uns nicht vorgestellt.“

Einzigartiges Projekt entstanden

Auch für den Künstler war die Gestaltung der Treppe ein „Projekt der Einzigartigkeit“, wie Andora im CZ-Gespräch erklärt. Mit seinem Werk, das er „Stairway to Heaven“ getauft hat, erzählt er die Geschichte des Hauses, die sich über mehrere Generationen erstreckt. „Das Haus ist lebensbejahend“, sagt Andora. Seine Arbeit sei „ein Tribut an die Menschen, die aus dem Elend heraus etwas Neues für kommende Generationen geschaffen haben“.

Durch die FlotART hat er seine Liebe zur Region entdeckt. „Die ehrenamtliche Arbeit ist beachtlich. Die FlotART belebt ganze Dörfer“, sagt Andora. „Ich möchte den Menschen hier etwas zurückgeben.“

Spuren im Flotwedel hinterlassen

Der Pop-Art-Künstler hat im Flotwedel bereits seine Spuren hinterlassen. Ein Scheunentor an der Hauptstraße in Bröckel hat er in diesem Jahr gestaltet. Außerdem steht seit Kurzem der knallbunte Zakspeed 871, ein 1988 gestalteter Formel-1-Rennwagen, in einer privaten Garage.

Coers und Iffländer sind allerdings nicht nur von seinen Kunstwerken begeistert. „Andora ist einfach ein toller Typ“, sagt Susanne Coers. „Er ist abgedreht, aber nicht abgehoben, und er kann gut auf andere Menschen zugehen.“

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