Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Wienhausen "BMW" kennt sich aus in Wienhausen
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen "BMW" kennt sich aus in Wienhausen
17:04 08.07.2014
Wienhausen Quelle: Lothar H. Bluhm
Wienhausen

Doch, es sei ein ganz besonderes Ambiente, schwärmt Urgestein Bernhard Meißner von „seinem“ Wienhausen, „das ist wie ein Freilichtmuseum.“

Auf dem historischen Kopfsteinpflaster entlang der Kirche Sankt Marien von 1051 macht er Stopp und deutet auf den Messpunkt an der Kirchenwand aus Raseneisenstein: „Dieser Punkt ist genau 42,73 Meter über Normal Null“, sagt der 69-Jährige und zeigt auf das zweite Unikat an der Kirche. Oben unter der Dachrinne befindet sich ein Weihekreuz, das auf einen Anbau an die Kirche hinweist. „Da muss ich aber noch forschen, da sitze ich am Thema“, macht der frühere Samtgemeindedirektor deutlich, dass er weitere Aufklärungsarbeit leisten will.

Denn Urgestein Meißner veröffentlicht im Mitteilungsblatt in loser Folge unter dem Kürzel BMW, also Bernhard Meißner Wienhausen, Arbeiten und Texte über Historisches.

„Man muss wohl erst etwas älter werden, bevor man die Schönheiten eines Dorfes erkennt“, gibt Meißner zu und stellt fest: „Fremde sehen vieles mit anderen Augen.“ Das merkt er immer, wenn er auswärtige Gäste zu einer Führung „1000 Schritte durch Wienhausen“ einlädt. Das ermutigt Meißner aber auch zu Recherchen in Archiven und Registern.

Ob nun am Zisterzienserkloster, das 1229 fertig wurde oder an der früheren Kötnerstelle, in der jetzt das Kloster-Kaffee Gäste bewirtet, ob am Kornspeicher, der seit 1980 als Hochzeitshaus auf der Trauinsel dient oder an der Kornmühle, die jetzt ein Atelier beherbergt oder am Fabianplatz mit der über 600 Jahre alten Fabianeiche – Meißner kennt sich aus in Huginhusen, wie Wienhausen um 1051 hieß.

„Ein Dorf verändert sein Gesicht“, stellt er immer wieder fest. Gerade jetzt sei der Straßenzug neu gepflastert worden, auf dem freitags der Wochenmarkt wieder noch eine besondere Atmosphäre bringt.

Mit der Kerbe an der Sandsteinbrüstung der Probsteibrücke vor dem Kloster hat es eine besondere Bewandtnis: Im Mittelalter mussten Waffen vor dem Kirchgang abgegeben werden. Da sich einige Säbel- und Degenträger weigerten, entschärften sie die Klingen an dem Stein. „Dadurch waren die Säbel symbolisch stumpf und die Gläubigen konnten in der Kirche keine Händeleien treiben“, beschreibt Meißner die Vertiefung.

Von Lothar H. Bluhm