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Wienhausen Bockpalast in Bockelskamp: Sogar die Pausen ein Höhepunkt (mit Bildergalerie)
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen Bockpalast in Bockelskamp: Sogar die Pausen ein Höhepunkt (mit Bildergalerie)
17:47 30.07.2017
Von Christopher Menge
Bockelskamp

"Jemand aus unserem Orgateam hat die Band beim Bluesfestival in Lehrte gesehen und meinte, dass wir sie nehmen müssen", sagte Organisator Markus Eicke. Es war eine gute Entscheidung, denn die vierköpfige Band aus Karlsruhe, die ihren „Bollerwagen“ samt Verstärker-Anlage mitgebracht hatte, sorgte für Stimmung auf dem Festplatz. "Die machen wirklich Stimmung, die Begeisterung der Musiker ist klasse und der Keyboarder ist göttlich", sagte Besucherin Veronika Johns.

Gemeinhin sind Pausenfüller nur dafür da, um die Wartezeit zu überbrücken. Beim 38. Bockpalast am vergangenen Samstag war das anders. Während die Bühne für die nächste Band umgebaut wurde, spielte mitten zwischen den Zuschauern die Band "Pickup The Harp" – ein absoluter Höhepunkt des Festivals, das am Samstagabend wieder etwa 1500 Besucher nach Bockelskamp lockte.

Die Hannoveranerin war zum ersten Mal nach Bockelskamp gekommen, um Rock, Blues und Soul unter freien Himmel zu hören. Während sie zu den Klängen der Pausenband tanzte, saß eine Gruppe von etwa 20 Leuten noch vor ihren Wohnmobilen auf dem Parkplatz. "Wir sind ein Zusammenschluss von Leuten aus dem Landkreis Celle, die gerne zu Festivals fahren", sagte der 43-jährige Hartmut Cornehl. Markenzeichen der Musikfans ist eine pinkfarbene Flagge, woher der Name "pig flag" rührt.

Und auch junge Leute fanden Gefallen an dem Festival. "Das ist nicht die Musik, die man sonst hört, daher komme ich gerne einmal im Jahr hierher", sagte die 15-jährige Rebecca Deneke aus Bockelskamp. Ihre gleichaltrige Freundin Josephine Dunst aus Flackenhorst pflichtete ihr bei: "Hier wird für alle Altersklassen etwas geboten."

Zu Beginn hatte die Formation Amy Baker auf der Bühne knallige Punkrock-Coverversionen von Pop-, Rock-, Dancefloor und Jukebox-Classics gespielt. "Die Band ist auf meinem Geburtstag aufgetreten. Das hat mir so gut gefallen, dass ich heute hierher gekommen bin", sagte Corinna Raddatz aus Celle. Anschließend setzte die "New SoulGeneration" aus Gifhorn in einer sehr jungen Besetzung ein neues Schlaglicht auf den gewohnten Bockpalast-Sound. Außer für Geburtstagskind Niklas Mohwinkel, der schon mal mit einer anderen Band beim Bockpalast aufgetreten war, war die Bühne in Bockelskamp für die jungen Musiker Neuland. Ob Mother’s Finest, Prince oder James Brown – das Publikum war begeistert. Der Steinhorster Mohwinkel war vor 22 Jahren kurioserweise am Tag des Bockpalastes geboren. "Mein Vater war abends sogar noch hier und hat auf seinen Sohn angestoßen", erzählte das Geburtstagskind.

Zu was der Headliner Grey Moray in der Lage ist, war den Metalfans aus Celle schon vorher klar. Spätestens zu mitternächtlicher Stunde ging der Pogo so richtig ab und den altgedienten Bockpalast-Fans wurde hier exakt das geboten, was für sie zwingend dazugehört – mit dem Stoner-Rock und Sludge-Metal konnte zum Abschluss gar nichts mehr schiefgehen.

Zu nächtlicher Stunde stieg der Pegel der Aller allerdings so hoch, dass auf dem Park- und Campingplatz noch der Schlepper zum Einsatz kommen musste. Mehr als nasse Füße war aber nicht zu beklagen. So ging eine rundum gelungene Veranstaltung zu Ende, bei der sogar der Pausenfüller ein absoluter Höhepunkt war.