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Wienhausen Buntes Programm von Kirchenchor in Wienhausen findet Gefallen
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17:02 03.12.2013
Ein buntes Programm bot der Kirchenchor Wienhausen bei seinem Konzert zum 50-jährigen Jubiläum. Quelle: Alex Sorokin
Wienhausen

Wenn einem Kirchenchor von der eigenen Gemeinde ein Ständchen gebracht wird, dann ist das schon etwas ganz Besonderes. Erleben konnte man das beim Jubiläumskonzert des Kirchenchores Wienhausen zum eigenen 50-jährigen Bestehen. Dargeboten wurde es unter Leitung des sich demnächst von seiner Gemeinde verabschiedenden Pastors Jochen Grön, der es nicht bei einem normalen Ständchen beließ, sondern gleich einen Kanon singen ließ. Da merkte man, welch segensreiche Wirkung die kontinuierliche Arbeit eines die Gemeinde erziehenden Organisten und Kantors haben kann. Der Kanon klappte bestens. Der frühere Wienhäuser Kirchenmusiker, der 47 Jahre lang die musikalischen Geschicke der Gemeinde lenkte, Helmut Siuts, dürfte als nun einfaches Mitglied des von ihm gegründeten Chores mit dem Ständchen zufrieden gewesen sein.

Die vielen Gäste des Jubiläumskonzertes in der voll besetzten Wienhäuser Kirche waren sicher umgekehrt auch zufrieden mit dem, was sie an diesem Abend geboten bekamen, nämlich ein ausgesprochen buntes Programm: Choralvorspiele, ein Instrumentalkonzert von Georg Philipp Telemann, ein Streichquartettsatz von Giacomo Puccini und natürlich geistliche Vokalmusik. Und zwar von Heinrich Schütz, Johann Sebastian Bach und Joseph Haydn.

Die Fülle dieses Programms war zu groß um jedes einzelne Stück oder jeden einzelnen Musiker hier würdigen zu können. Besonders bemerkenswert waren auf jeden Fall die Chorbeiträge im Rahmen dieses Konzerts, denn die wahrlich nicht leichten Stücke von Schütz gelangen auf einem Niveau, das keineswegs so ohne weiteres zu erwarten gewesen wäre. Da konnte man schon staunen, wie gut es der heutigen Chorleiterin Angelina Soller gelungen ist, dem Wienhäuser Chor Möglichkeiten zu erschließen, sein Repertoire in diese Richtung weiter zu entwickeln. Auch die Missa Brevis von Joseph Haydn am Ende des Programms konnte sehr gefallen, zudem man hier noch zwei junge Solistinnen hören durfte, die mit Stimmschönheit aufhorchen ließen. Natürlich merkte man ihrem Gesang durchaus an, dass die Stimmen noch nicht fertig ausgebildet sind, nichtsdestotrotz konnte Sopranistin Sarah Aristidou mit ihrer Leichtigkeit und einer so reinen wie strahlenden Stimme für sich einnehmen. Auch Kimberley Boettger-Soller konnte mir ihrem runden, wenngleich noch wenig tragfähigen Mezzo überzeugen.

Nach diversen Exkursen in teilweise unbekanntes musikalisches Gelände in den vergangenen beiden Jahren mit Wandelkonzerten im Kloster Wienhausen wird Soller ihren Chor nächstes Jahr auf eine musikalische Reise durch das Europa der berühmtesten Madrigalkomponisten begleiten. Man darf gespannt sein, wie sich dieser traditionsreiche Chor entwickelt.

Von Reinald Hanke