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Wienhausen Denkt auch Flotwedel an Fusion?
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen Denkt auch Flotwedel an Fusion?
16:33 16.03.2012
Eschede stimmt in diesen Tagen ¸ber die Einheitsgemeinde ab, im Nordkreis wird ¸ber einer Fusion von Hermannsburg, Faflberg und Unterl¸fl diskutiert - jetzt sind auch im Flotwedel erste Denkanstˆfle ¸ber eine kommunale Neuordnung gegeben worden. Quelle: nicht zugewiesen
Wienhausen

Nach Eschede und dem Celler Nordkreis jetzt auch Flotwedel? Am Mittwoch informierte Erhard Bergmann von der Regierungsvertretung Lüneburg in Wienhausen über Möglichkeiten der kommunalen Neuordnung auch in der Samtgemeinde Flotwedel. Eingeladen zu dem ersten Treffen, das sich mit möglichen Veränderungen in der Südostecke des Landkreises befasste, waren die Bürgermeister und Fraktionsvorsitzenden aus der Samtgemeinde sowie den vier Mitgliedsgemeinden Bröckel, Eicklingen, Langlingen und Wienhausen.

„Bergmann hat erläutert, dass bei uns die Not nicht so groß ist“, sagt Samtgemeindebürgermeister Helfried H. Pohndorf. Eine Entschuldungshilfe würde es für die Samtgemeinde nicht geben, denn die Pro-Kopf-Verschuldung lag hier zum Stichtag 1. Januar 2009 bei 330 Euro, die Landesregierung sieht eine Zahlung erst vor, wenn der Kassenkredit 500 Euro pro Einwohner übersteigt.

Bergmann hatte bei seiner Präsentation vor den Flotwedeler Politikern auch auf dem demografischen Wandel hingewiesen. Die Infrastruktur müsse an sinkende Einwohnerzahlen angepasst werden. „Der Prognose zur Bevölkerungsentwicklung traue ich nicht“, sagte Pohndorf. Der Regierungsvertreter aus Lüneburg hatte einen Rückgang der Einwohner von 11381 im Jahr 2010 auf 9894 im Jahr 2030 dargestellt. Pohndorf argumentiert, dass Neubürger, die jüngst in den Gemeinden gebaut haben, den Kommunen nicht den Rücken kehren werden. Dass auch im Flotwedel die Bevölkerung älter wird, erkennt er an. „Der müssen wir etwas bieten“, sagt er und kann sich vorstellen, ähnlich wie jetzt in der Jugendpflege künftig auch Senioren ein Angebot zu machen. Darauf müsse sich die Kommune einstellen.

Pohndorf sieht die Kommune nicht schlecht aufgestellt. Zum einen gäbe es längst die Verwaltungskooperation etwa mit dem Landkreis, zum anderen habe die Samtgemeinde in vielen Bereichen die Zuständigkeiten von den Mitgliedsgemeinden übernommen. Deshalb werde das Flotwedel auch nicht so schnell Gegenstand einer Gebietsreform sein.

Konkrete Schritte hin zur Einheitsgemeinde oder gar zur Fusion mit einem der Nachbarn sind bisher nicht angedacht. „Die Politik lässt das erst einmal sacken“, sagt Pohndorf. Für Juli plant er einen Kassensturz, der zeigen soll, welche Konsolidierungsbemühungen notwendig sind. Vor allem die neuen Ratsmitglieder sollen sehen, wo die Kommunen stehen. Pohndorf selber will das Thema vorerst nicht vorantreiben. „Ich sehe das völlig leidenschaftslos.“

Von Joachim Gries