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Wienhausen Diederik Noordveld freut sich auf seine Gemeinde in Wienhausen
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18:03 20.02.2014
Diederik Noordveld ist der neue Pastor der Kirchengemeinde St. Marien in Wienhausen. Quelle: Joachim Gries
Wienhausen

“Sind Sie der neue Pastor mit dem kleinen Kind?”, wurde er neulich beim Einkaufen gefragt. Dabei wohnt er noch gar nicht in Wienhausen, sondern pendelt zwischen Hannover und dem Klosterort, bis die Wohnung im Pfarrhaus renoviert ist. Sind die Arbeiten abgeschlossen, wird der 35-Jährige mit Ehefrau Dorothea und der 15 Wochen alten Tochter Sophie-Emilia einziehen und zum ersten Mal auf dem Land wohnen.

Noordveld ist Niederländer, er wurde in Groningen geboren und wuchs dort auf. In seinem Heimatland studierte er Theologie und ging dann nach Heidelberg, um dort ein halbes Jahr zu arbeiten. Doch es kam anders: “Ich hab' mein Herz in Heidelberg verloren”, sagt der Pastor. Er lernte eine Frau aus Hannover kennen, die er später heiratete. Inzwischen ist Noordveld fast zehn Jahre in Deutschland. "Groningen ist meine Heimat, aber hier fühle ich ich zu Hause", sagt er.

An der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg war Noordveld Studienleiter am Ökumenischen Institut, doch irgendwann reifte in ihm der Entschluss, nicht nur mit Studierenden, nicht nur mit Schreibtischarbeit zu tun haben zu wollen, sondern mehr die direkte Begegnung mit Menschen zu suchen. Nach sieben Jahren in Heidelberg und einiger Zeit in Berlin war er in den vergangenen gut zwei Jahren Vikar in Hannover-Groß-Buchholz.

Promoviert hat Noordveld über die Dogmatik in den Schriften des Schweizer Theologen Karl Barth. "Der Doktortitel sagt aus, dass ich mich gerne mit Theologie beschäftige, ob die Promotion für meinen Dienst als Pastor wichtig ist, glaube ich nicht", stellt er fest. Und er vergleicht sich mit einem Koch: "Was ich am Sonntag in der Predigt auftischt, muss schmecken."

Vom regen Gemeindeleben in Wienhausen ist Noordveld angetan. Es gibt Kirchen-, Posaunen- und Gospelchor, dazu eine rege Jugendarbeit. Der Pastor sieht in der Kirche keine isolierte Gruppe, vielmehr sei die Kirche für andere da. Bei Problemen und Nöten könne die Kirche viele Menschen mobilisieren. "Das Kapital der Kirche sind die Gemeindemitglieder und ihre Vorstellungen und Wünsche", sagt Noordveld.

Im Gottesdienst an diesem Sonntag, 23. Februar, um 14 Uhr mit Pastor Michael Misgeiski-Wegner und dem Gospelchor wird Noordveld durch Landessuperintendent Dieter Rathing ordiniert, anschließend gibt es ein Zusammensein in der Kirche.

Von Joachim Gries