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Wienhausen Flotwedel lehnt Windkraftpläne ab
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen Flotwedel lehnt Windkraftpläne ab
18:29 02.09.2016
Quelle: Benjamin Westhoff
Wienhausen

In der Bürgerfragestunde hatten zuvor viele Bürger ihre Verärgerung deutlich gemacht. Redner sagten, sie hätten das Vertrauen in die Kommunalpolitik verloren und „wirtschaftliche Interessen gehen vor Bürgerschutz", Bürger fühlen sich nicht Ernst genommen und schon gar nicht mitgenommen.

Ganz besonders im Fokus standen dabei drei Flächeninhaber, die für die CDU im Rat sitzen. Annemarie Kowalski-Miemert (Grüne) hatte ein Mitwirkungsverbot vom Kreis prüfen lassen. Dies gilt aber laut Samtgemeindebürgermeister Helfried H. Pohndorf beim F-Plan nicht. „Wer hat denn die Flächen? Das sind die Landwirte, nicht die Besitzer von Wohngrundstücken“, sagte Pohndorf. Bei der Diskussion gehe es viel um Emotionen, Neid und Ungunst. Damit löste der Samtgemeindebürgermeister große Empörung im Saal aus.

Heinrich Behrens (CDU) kritisiert die Fraktion der Grünen für ihr Umschwenken beim F-Plan. „Der Beschluss 2012 zur Windenergie wurde einstimmig gefasst", so Behrens. Thorsten Müller verteidigte das Vorgehen: „Wir haben das 2012 gemeinsam beschlossen. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch noch nicht klar, was in den Nachbargemeinden passiert. Nun werden wir von zwei Kommunen eingekreist.“ Unter den gegenwärtigen Bedingungen müsse das Handeln jedoch noch einmal überlegt werden und der Verstand einsetzen. Auch Andreas Knoke (SPD) pflichtete bei, dass der Beschluss unter anderen Kriterien stattfand.

Sein Antrag, die Entscheidung auf einen Termin nach der Kommunalwahl zu verschieben, wurde vom Rat abgelehnt, ebenso wie Vorschläge, dass Überschwemmungsgebiete keine Vorranggebiete seien und eine Sichtachse von 180 Grad und ein Mindestabstand von 5000 Metern zu anderen Windparks einzuhalten seien. Ob das Verfahren damit gescheitert ist, konnte Pohndorf gestern noch nicht sagen. Auf jeden Fall wird es jetzt eine Verzögerung um drei bis vier Monate geben. Letztlich sei es bei dem eigenen Verfahren darum gegangen, mit Investoren einen Handel abzuschließen, bei dem die Region von den Einnahmen profitieren würde", erklärte Pohndorf am Morgen nach der Sitzung.

Ob der Kreis nun irgendwann die Bremse zieht, weil er selbst ein Raumordnungsverfahren laufen hat, ist derzeit unklar. Kreisrat Gerald Höhl hatte vor kurzem gesagt, dass wohl noch etwas Zeit bleibe, ohne dass der Kreis die Flotwedeler Planungen stoppen würde. Ob und inwieweit die Planungen aus Flotwedel aber übernommen werden, dazu wollte er sich nicht festlegen. „In einem ersten Schritt prüfen wir allein auf die Rechtmäßigkeit. In einem zweiten Schritt werden wir unser dann fertiges Raumordnungsprogramm mit Flotwedel vergleichen und schauen, welche Flächen wir übernehmen“, so Höhl. Das heißt, sind Abstände zum Beispiel zu Einzelbebauung kürzer und es gibt noch keine Windräder dort, fliegt die Fläche wohl raus.

Von Tore Harmening und Katharina Baumgartner