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Wienhausen Gelungener Abschluss von 15 Jahren
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen Gelungener Abschluss von 15 Jahren
12:27 26.06.2012
Gelungenes Abschlusskonzert: Das Festival „Sachsens Glanz im Celler Land“ begeisterte in diesem Jahr zum letzten Mal das Publikum in der Region. Quelle: Alex Sorokin
Wienhausen

Fünfzehn Jahre „Sachsens Glanz im Celler Land“, das sollte für Initiatorin und Organisatorin Sigrid Kühnemann samt ihres Teams ein weiterer Höhepunkt ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit im Musikbereich sein. Und zweifelsfrei war es das auch. Das Abschlusskonzert mit den „Virtuosi Saxoniae“ und Ludwig Güttler in der voll besetzten Kirche in Wienhausen war rundum gelungen. Die sächsischen Virtuosen spielten auf dem für sie zu erwartenden hohen Niveau ein Programm vom Barock bis zur Vorklassik.

Manches gelang hervorragend wie die Konzerte von Pisendel und Quantz, manches eher routiniert. Insgesamt überwogen die positiven Eindrücke eines bestens auf einander abgestimmten Zusammenspiels, in dem sich sogar die in anderen Ensembles oft schrille Oboe wunderbar in den Gesamtklang einfügte.

Überhaupt: Oboist Andreas Lorenz erwies sich als ein Meister der Unaufdringlichkeit und Innigkeit. Seine Verzierungskunst im Konzert von Alessandro Marcello war vom Feinsten. Auch der anfangs etwas verkrampft wirkende Güttler spielte sich auf seinen beiden Instrumenten im Laufe des Konzerts frei und konnte einmal mehr die nach wie vor großenteils wegen ihm aus nah und fern angereisten Konzertbesucher begeistern. Keine Frage: Dass jemand im Alter von bald 70 Jahren noch so gut Trompete blasen kann wie Güttler es demonstriert, das ist bewundernswert.

Trotz des an sich gelungenen letzten Konzerts dieser Festivalreihe blieb aus verschiedenen Gründen ein etwas herber Nachgeschmack. Da war zunächst die Tatsache, dass keine Repräsentanten aus Stadtverwaltung und Landkreisverwaltung den Weg in dieses Konzert gefunden hatten. Und das, obwohl der Celler Oberbürgermeister sogar die Schirmherrschaft übernommen hatte. Noch viel befremdlicher war es, dass Ludwig Güttler es nicht für nötig befunden hat, sich öffentlich für 15 Jahre ehrenamtliche Arbeit zu seinem und seiner Musiker Gunsten und zu Gunsten der Frauenkirche beim Celler Dresden-Freundeskreis um Sigrid Kühnemann zu bedanken. Dass ein solches Engagement, das ihm und seinen Musikern über viele Jahre bestens organisierte Konzerte bescherte, von ihm keines Wortes gewürdigt wurde, warf einen Schatten auf den Abschluss des Festivals. Das war ganz schlechter Stil, bestand doch der Benefiz für die Frauenkirche in all diesen Jahren vor allem darin, dass die Organisation der Konzerte keine Kosten verursachte, weil sie ehrenamtlich ausgeführt wurde.

Keine Frage: Alles hat seine Zeit. Dieses Festival mit diesen Musikern hatte seine Zeit. Ja, es hatte wunderbare „Hoch-Zeiten“. Dass man solche „Hoch-Zeiten“ nicht unendlich verlängern kann, das hat Sigrid Kühnemann erkannt und nun einen Schlussstrich gezogen. Kühnemann hat aber angekündigt, weiter auf andere Weise im Dienste der Musik und der Frauenkirche tätig zu bleiben. Es sind schon die ersten Veranstaltungen in Planung, unter anderem eine mit dem Organisten Matthias Eisenberg und eine mit dem Pfarrer der Frauenkirche. Darauf dürfen sich die Celler freuen.

Von Reinald Hanke