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Wienhausen Großfeuer auf Spargelhof
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen Großfeuer auf Spargelhof
23:00 08.06.2011
Großfeuer auf dem Spargelhof Santelmann in Nordburg. Wenig ist übrig geblieben von dem 20 x 20 Meter großen Haus-Stallung-Komplex. Quelle: Gert Neumann
Nordburg

Irmgard Santelmann sah ungewöhnlich helles Licht. Sie schaute aus dem Fenster und erschrak: Flammen drangen durch das Dach eines nur wenige Meter entfernt liegenden Gebäudes. Jenes, in dem auch sechs der über 50 polnische Erntehelfer übernachten.

So laut sie konnte, rief die alte Dame nach ihrem Sohn Henning, dem Inhaber des bekannten Spargelhofes Der schlief jedoch tief den Schlaf des Gerechten, denn es war nachts gegen 2.30 Uhr. Sie wollte zu ihm laufen, ihn wach rütteln, doch der Schreck saß ihr so tief in ihren Gliedern, dass sie sich keinen Zentimeter von der Stelle bewegen konnte.

Zeitgleich schrillten die Sirenen, wie überall in Flotwedel. 13 Feuerwehren aus Langlingen, Nienhof, Hohnebostel, Offensen, Wienhausen, Oppershausen, Bockelskamp und Eicklingen rückten aus. Auch Gemeindebrandmeister Walter Strothmann warf sich in seine Uniform. Und das war gut so. Denn beim Eintreffen der Feuerwehren in Nordburg stand ein 400 Quadratmeter großer Gebäudekomplex im Vollbrand, will heißen: Die Flammen schlugen mehrere Meter hoch in den Nachthimmel.

„Dieses Gebäude war nicht mehr zu retten. Das Feuer war nicht mehr rot, sondern von grauer Farbe, was auf höchste Hitzegrade hinweist. Die Sicherung der noch nicht betroffenen aber gefährdeten anderen Gebäude musste deshalb unsere oberste Pflicht sein“, so Strothmann.

Von drei Seiten wurde der Löscheinsatz gefahren. Kräfte aus Langlingen verhinderten das Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus der Familie. Noch schwieriger war der Einsatz der Männer aus Wienhausen. Sie hatten das Übergreifen der Flammen auf die unmittelbar angrenzende Scheune zu vereiteln. Derweil sorgten die Kräfte der kleineren Feuerwehren für den wichtigen Wassernachschub, was dank des angrenzenden Flüsschens Schwarzwasser kein Problem war.

Das in Vollbrand stehende Gebäude beherbergte zur Hälfte Schlafräume für sechs Erntehelfer, eine Küche und einen Aufenthaltsraum, zur anderen Hälfte Stallungen. „Alles war in einem tadellosen Zustand“, wurde versichert. Im Kuhstall, der im Sommer als Lager dient, stapelte sich Verpackungsmaterial. Die Tiere seien auf der Weide, wurde erklärt. Das Verpackungsmaterial habe nach dem Einsturz der Decke immer wieder für aufkeimende Feuer gesorgt. „Mit einem Gabelstabler wurden schließlich die Verpackungen ins Freie gezogen und abgelöscht.

Henning Santelmann schaute mit leerem Blick in Richtung Brandruine, so als könne er nicht recht glauben, was geschehen ist. „Zum Glück sind weder Mensch noch Tier zu Schaden gekommen“, sagt er. Der laufende Betrieb, wozu auch der Hofladen zähle, sei durch das Feuer nicht behindert. Die nun „wohnungslosen“ Erntehelfer habe man auf die Container verteilen können. Da er eine Versicherung mit gleitendem Neuwert abgeschlossen habe, hoffe er auf ausgleichenden Ersatz des Schadens, der vorsichtig geschätzt über 200.000 Euro liegen dürfte.

Gert Neumann

Von Gert Neumann