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Wienhausen Helfried H. Pohndorf: Fortsetzung geplant
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen Helfried H. Pohndorf: Fortsetzung geplant
16:35 15.05.2014
Amtsinhaber und Einzelkandidat Helfried H. Pohndorf in seinem Garten. Quelle: Alex Sorokin
Wienhausen

„Wenn ich nach 16 Jahren hier nicht bekannt bin, habe ich was falsch gemacht“, sagt Amtsinhaber Helfried H. Pohndorf. Er tritt zum dritten Mal im Flotwedel an – als Einzelbewerber, auch wenn er Mitglied der SPD ist. Und zwar im Ortsverein Cuxhaven, wo er herstammt.Dort wurde der 54-jährige Pohndorf geboren und wuchs im Stadtteil Altenbruch auf. Am Technischen Gymnasium erwarb er die allgemeine Hochschulreife. Mathematik, Physik und Elektrotechnik waren seine Schwerpunkte. „Das war eine Grundausbildung fürs Leben“, sagt Pohndorf. Noch heute könne er mit dem Schweißgerät „was zusammenbruzzeln“. Doch dann schlug er eine ganz andere Richtung ein.Nach dem Abitur ging es 1979 zur Bundeswehr. Die zwei Jahre hätten ihn stark geprägt, sagt Pohndorf. Und er hat sie nicht nur in angenehmer Erinnerung. Er war in Wachendorf unweit von Syke stationiert und machte sich in der Batterie als Vertrauensmann der Mannschaften für Kameraden stark, die sich mitunter im Nachhinein als Schlitzohren entpuppten. Bei einer Beschwerde eine Nacht drüber schlafen, dieses Prinzip beim Bund hat er sich für sein späteres Leben zu eigen gemacht. „Das hat was. Abwägen, das hat immer geholfen.“Ab 1981 machte Pohndorf eine Verwaltungsausbildung bei der Stadt Cuxhaven, die er als Diplom-Verwaltungswirt (FH) abschloss. Er durchlief die Abteilungen, war lange Zeit im Ordnungsamt, musste mit allen verhandeln, vom Imbissbetreiber bis zum Chef des Vier-Sterne-Hotels. „Mein Motorrad war als Dienstfahrzeug zugelassen“, sagt er und erzählt die Geschichte vom Polier, der lautstark protestierte, als er mit „dem Moped“ auf die Baustelle rollte. Bis sich der Mann vom Amt zu erkennen gab. Zum Schluss war er in Cuxhaven im Liegenschaftsamt. Hier blieb eine Aufgabe unerledigt: Er sollte die Kurverwaltung verkaufen. „Aber die ist bis heute nicht verkauft“, sagt der Kandidat.1992 trat Pohndorf seine Stelle als Leiter des Ordnungsamtes im Wienhäuser Rathaus an. Mit seiner Frau hatte er abgestimmt, zur Samtgemeinde Flotwedel zu wechseln. Zwei Jahre später wurde in Wienhausen ein Haus gekauft, über 100 Jahre alt. Lange glaubte Pohndorf, im Küsterhaus zu wohnen, bis er aufgeklärt wurde, dass hier mal eine Familie namens Küster gewohnt hatte.Im Rathaus wechselte Pohndorf ins Haupt- und Personalamt. 1998 kandidierte er erstmals bei der Bürgermeisterwahl, mit deutlichem Erfolg. Den wiederholte er 2006. Doch eine sozialdemokratische Mehrheit im Samtgemeinderat gab es all die Jahre nicht. In den ersten drei Jahren war Pohndorf lediglich im Samtgemeindeausschuss das Zünglein an der Waage. Dass es immer gut funktionierte und Pohndorf in allen Mitgliedsgemeinden mit Ausnahme einer Wahlperiode in Wienhausen auch Gemeindedirektor wurde, hat aus seiner Sicht mit erworbenem Vertrauen zu tun. Man müsse verlässlich sein und zu Zusagen stehen. „Aber ich muss immer den Rat fragen“, sagt der Kandidat.Er sei damals sehr gut aufgenommen worden, heute fühle er sich hier heimisch. Duzbrüderschaften im Rathaus gibt es nicht und in der Politik nur, weil sich Sozialdemokaten eben duzen. Nach all den Jahren erstaunt ihn, dass viele Bürger Hemmungen haben, mit ihren Anliegen ins Rathaus zu gehen. „Wenn ich sage, dass ich mich kümmere, heißt das aber nicht, dass ich es im Sinne des Fragenden mache, aber ich beschäftige mich damit“, sagt Pohndorf.Dem Motorradfahren ist der Kandidat seit seiner frühen Jugend treu geblieben. Selten kommt er heute noch zum Pistolenschießen. Drei Monate im Jahr spielt er Tennis in der Mixed Liga, er ist Fan des FC St. Pauli und der Insel Sylt, die er heute aber nicht mehr mit dem Zelt im Gepäck besucht.Seit einem Dutzend Jahren nimmt Pohndorf jungen Verwaltungsfachangestellten die Prüfungen ab, als Arbeitsrichter am Landesarbeitsgericht Hannover versucht er, dem Recht Geltung zu verschaffen.

Von Joachim Gries