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Wienhausen Hoffest bei Santelmann in Nordburg: Spargel trifft auf Ketchup
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen Hoffest bei Santelmann in Nordburg: Spargel trifft auf Ketchup
21:20 10.05.2015
Hoffest aus Spargelhof Santelmann Quelle: Benjamin Westhoff
Nordburg

Voller Vorfreude steht Adolf Metzger mit einer blauen Schürze und einem roten Schäler in der Hand vor einer Schale mit vier dicken Stangen Spargel. In wenigen Sekunden tritt er gegen seine Gattin und zwei weitere Frauen beim Schälwettbewerb beim Hoffest von Familie Santelmann an. „An den Spargel, fertig, los“, ruft Moderator Stephan Lemke – und die vier Kontrahenten fangen an das weiße Gold von seiner harten Schale zu befreien.

Während die Konkurrenz noch schält, ist Metzger nach 19,75 Sekunden fertig und ruft „Erster“. „Bei uns zu Hause schäle ich als echter Hausmann seit Jahren den Spargel und habe deshalb eine gewisse Routine“, offenbart der Ahnsbecker. Doch ganz ohne Verletzung kam er nicht davon – kurz vor Ende säbelte er sich in den Finger, das Blut floss. „Das war mir der Spaß wert“, so der 71-Jährige.

Mehrere tausend Besucher strömten gestern zum bereits 25. Hoffest auf das 1,4 Hektar große Anwesen der Santelmanns, so dass die Hauptstraße vom einen bis zum anderen Ende des kleinen Dorfes beidseitig mit Autos zugepflastert war. Ob eine riesige Hüpfburg in Treckerform, Kunsthandwerk, verkleidete Entertainer oder Live-Musik: Die Organisatoren hatten zum 25-jährigen Jubiläum einiges auf die Beine gestellt.

Hauptziel vieler Gäste war aber die Spargelkantine, um sich die frisch geernteten Standen als Salat, mit Schinken oder klassisch mit einem Schnitzel herrlichem Wetter schmecken zu lassen. Während sich der Großteil der Besucher den Spargel in dieser angerichteten Form schmecken ließen, ertränkte Helmut Ostermann in Ketchup, den er sich von der Bratwurstbude organisierte: „Das ist eine heiße Kombination, mit der ich bestimmt einen Trend setzen werde“, scherzte der 40-jährige Gifhorner. Rund vier Tonnen oder aber 80.000 Stangen hatten die Henning und Sylke Santelmann zum Verkauf und Verzehr vorbereitet.

Auf Plakaten konnten die Besucher nachverfolgen, wie sich der Hof Santelmann in den vergangenen 25 Jahren entwickelt hat. „Das ist eine richtige Zeitreise bei der man nachvollziehen kann, wie klein wir hier angefangen haben“, sagt Sylke Santelmann. Damals bauten sie das weiße Gold noch auf 0,75 Hektar an, heute bewirtschaftet das Ehepaar die 50-fache Fläche.

80 Saisonkräfte und rund 20 Verkäufer sowie Fahrer arbeiten auf dem Hof. Die Eigenvermarktung des Spargels, auch außerhalb des Landkreises, spielt dabei eine wichtige Rolle: „ Wir haben früher als andere damit angefangen, in andere Gegenden rauszufahren. Hier in Nordburg leben ja nur ein paar hundert Menschen“, sagt Henning Santelmann.

Er und seine Frau gewährten beim Hoffest außerdem einen Einblick in das Spargel-Geschäft: Vom Pflanzen über die Ernte bis hin zum Schälen konnte alles nachverfolgt werden. Santelmann: „Wir wollen nicht nur feiern, sondern auch zeigen, welcher Aufwand nötig ist, um diese anspruchsvolle Nahrungsmittel zu produzieren.“

Von Kai Knoche