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Wienhausen Im Kloster Wienhausen gibt es Fondue
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen Im Kloster Wienhausen gibt es Fondue
13:21 23.12.2016
Von Simon Ziegler
Wienhausen

„Wir feiern Weihnachten wie jede andere Familie“, sagt Äbtissin Renate von Randow vom Kloster Wienhausen. Wir, das sind zehn Konventualinnen und die Äbtissin, die derzeit dem Konvent angehören und im Kloster leben. Am Morgen des 24. Dezember wird der Weihnachtsbaum geschmückt, berichtet von Randow. „Um 17.30 Uhr treffen wir uns dann in der Kirche zur Christvesper.“ In der Gemeindekirche St. Marien zu Wienhausen, die zu Weihnachten immer bis auf den letzten Platz gefüllt ist, singen die Frauen mit vielen anderen Bürgern aus Wienhausen und der Samtgemeinde Flotwedel Weihnachtslieder und feiern anschließend Gottesdienst.

Es sind alleinstehende, evangelische Damen unter 65 Jahren, die nach einer abgeschlossenen Berufs- und/oder Familienzeit in den Konvent eingetreten sind. Sie bilden eine Lebensgemeinschaft auf christlicher Grundlage und wollen kulturellen, kirchlichen und sozialen Zwecken dienen. Der Alltag ist bestimmt von den täglichen Führungen durch das Kloster, die Ausstellung der gotischen Bildteppiche und das Klostermuseum. Im Winter ist das Kloster für Besucher geschlossen. Die Damen haben jetzt, weltlich ausgedrückt, Weihnachtsurlaub.

Nach der Christvesper an Heiligabend treffen sich die Klosterfrauen im Konventsaal, um gemeinsam zu Abend zu essen. Persönliche Gäste sind herzlich willkommen. Es gibt Fondue, Renate von Randow lädt dazu ein. Anschließend findet die Bescherung statt. Während in vielen Familien große und manchmal oft teure Geschenke überreicht werden, beschenken sich die Konventualinnen mit Kleinigkeiten. Jede beschenkt jede. Mal gibt es ein Stück Seife, mal eine gute Schokolade. Die Geschenke werden auf Geschenketellern gesammelt, jede Frau hat dann zehn Kleinigkeiten auf ihrem Teller.

Der gesamte Dezember stand für das Kloster im Zeichen von Advent, der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. „Wir öffnen das Kloster im Dezember für die Laternenumzüge des Kindergartens und der Schule; für unser traditionelles Adventssingen mit allen Mitarbeitern, ehrenamtlichen Helfern, Nachbarn und Freunden und an jedem vierten Advent für den lebendigen Adventskalender“, berichtet Renate von Randow.

Nach dem Essen wird an Heiligabend ein Teil der Weihnachtspost verlesen. Die gesamte Post würde viel zu lange dauern, schließlich erhält das Kloster gerade in der Weihnachtszeit sehr viele Briefe und Karten. Es gibt einen guten Wein, gegen Mitternacht gehen die Damen zu Bett. Am ersten Weihnachtstag verlassen viele der Bewohnerinnen das Kloster, um ihre Familien zu besuchen.

Die Äbtissin hat Recht. Heiligabend im Kloster wird fast wie ein ganz normales Weihnachtsfest gefeiert.