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Wienhausen Integrative Hotels sind gefragt
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17:11 15.04.2013
Tragen zum Erfolg der Tagung der Embrace-Hotels im Hotel am Kloster in Wienhausen bei (von links) Embrace-Präsident Martin Bünk, Hotelchefin Iris Höft und Servicekraft Maik Nordmann. Quelle: Joachim Gries
Wienhausen

„Es macht Spaß“, sagt Maik Nordmann. Der 41-Jährige ist Allrounder im Hotel am Kloster in Wienhausen, gestern war er im Service besonders gefordert, denn neben den Gästen im Klosterkaffee und auf der Terrasse betreute er die 36 Teilnehmer der Mitgliederversammlung der Embrace-Hotels. Noch bis heute Mittag tauschen die Hoteliers ihre Erfahrungen, die sie mit den integrativen Hotels gemacht haben, arbeiten an der Weiterentwicklung des gemeinsamen Leitbilds und diskutieren, ob sie im Internet ein Bewertungsportal einrichten wollen.

„Als Gast willkommen, als Mensch erwünscht!“, unter diesen Leitbild arbeiten inzwischen 43 Hotels in Deutschland, Italien, Griechenland und künftig auch in der Schweiz zusammen. Die Palette reicht vom Jugendgästehaus Kühlungsborn über das Stadthotel Franz mit Tagungsmöglichkeiten bis zum Vier-Sterne-Wellnesshotel im Bayerischen Wald. Die Häuser im Ausland seien dabei, weil es europaweit keinen anderen Verband für integrative Hotels gebe, sagte Embrace-Präsident Martin Bünk aus Rostock. Er eröffnet dort im Juni das Hotel Sportforum, das dann größte Hotel im Verbund mit 92 Zimmern. Mit elf Hotels war der Zusammenschluss 2008 gestartet. Inzwischen beschäftigen die über 40 Hotels rund 1000 Mitarbeiter, davon die Hälfte mit Behinderungen. „Mitten in der Gesellschaft“, sagt Bünk und stellt klar, dass die Behinderten nicht zum „Kartoffelschälen im Keller versteckt werden“, sondern „an der Front arbeiten“ und Gastkontakt etwa im Service oder auf der Etage haben.

Alle Hotels sind nach Bünks Angaben aus Sozialverbänden wie Caritas, Diakonie oder Lebenshilfe oder aus Elternverbänden hervorgegangen. Die beiden Hotels der Lebenshilfe Celle an der Blumlage in Celle und am Kloster in Wienhausen mit zusammen 56 Zimmern traten dem Verbund 2010 bei. In beiden Häusern werden zusammen zehn Behinderte beschäftigt, sagte Hotelchefin Iris Höft. Für sie ist neben der Tagung der direkte Austausch in abendlicher Runde mit den Kollegen wichtig. Hier könne sie erfahren, wie andere Häuser spezielle Problemen lösen.

Die Embrace-Hotels stellen sich dem Wettbewerb auf dem Markt und haben damit auch die gleichen Probleme. „Aber viele Gäste suchen unser Angebot“, sagte Bünk und berichtete von einhundertprozentiger Begeisterung. Das macht sich bemerkbar. Liegt die Hotel-Belegung im Celler Raum bei rund 45 Prozent, sind es bei den beiden Lebenshilfe-Hotels nach Höfts Angaben 60 Prozent.

Von Joachim Gries