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Wienhausen Jazztrio „Sounds and Grooves“ im Bootshaus Oppershausen
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen Jazztrio „Sounds and Grooves“ im Bootshaus Oppershausen
18:55 29.08.2010
Das Jazztrio "Sounds and Grooves" im Bootshaus an der Aller in Wienhausen Quelle: Hartmut Jakubowsky
Wienhausen

Zu Gast war mit dem deutsch-belgischen Jazztrio „Sounds and Grooves“ eine Formation, die den verhältnismäßig kleinen Raum mit behaglichem Wohlklang füllte und keine Wünsche offen ließ. „Sie werden uns den Abend verjazzen“, tröstete Gastgeber Rodenwaldt in seiner Begrüßung die Gäste.

In der Besetzung ohne Schlagzeug präsentierten „Sounds and Grooves“ mit Michael Kotzian (Klavier) und Stefan Werni (Kontrabass), verstärkt durch die belgische Jazzsängerin Hilde Vanhove, ihr aktuelles Programm mit ausgewählten Jazzstandards in persönlichen Arrangements und mit einem abwechslungsreichen Mix aus Latin, Blues und Swing. Und das auf einem Niveau, das den brillanten Musiker genauso verriet wie seine Fähigkeit zu flexiblen Improvisationen. Die anfangs recht zurückhaltenden Zuhörer jedenfalls tauten schnell auf und belohnten schließlich jeden gelungenen Solobeitrag mit viel Beifall.

Einen nicht unerheblichen Anteil daran hatte Sängerin Hilde Vanhove. Ihre sympathische Moderation und ihre Bühnenpräsenz beeindruckten genauso wie ihre Fähigkeit zur Modulation bis in feinste Nuancen. Eine sehr angenehme Stimme, die auch in den Scatimprovisationen keine intonatorischen oder rhythmischen Schwächen erkennen ließ.

Während draußen der Regen prasselte, faszinierte drinnen Tom Jobims „Triste“ in fein abgestufter Dynamik genauso wie Miles Davis‘ Jazzstandard „All Blues“ oder der auf Französisch gesungene Chanson-Ohrwurm „Les Feuilles Mortes“ (Autumn Leaves). „Sixteen Tons“ und der „Basin Street Blues“ am Schluss komplettierten ein Programm, dass es einem trotz der kühlen Außentemperaturen warm werden ließ. Ein überaus lohnender Jazzabend mit leider allzu wenigen Zuhörern. Aber das kann sich ja noch ändern. Weiter geht’s am 25. September mit der „Firehouse Jazzband“.

Von Hartmut Jakubowsky