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Wienhausen „Klazz Brothers“ gewinnen Herzen der Zuhörer in Oppershausen
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22:12 27.08.2017
Unübertreffliches Gefühl für Rhythmus: die Musiker von „Klazz Brothers und Cuba Percussion“ bei ihrem Picknickkonzert in Oppershausen. Quelle: Michael Schäfer
Oppershausen

Das war es dann wohl. Mit einem temperamentvollen Picknickkonzert am Samstag im großen Park verabschiedete sich der Kulturverein Vorwerk Gut Oppershausen von seinen Gästen, Freunden und Förderern. Über viele Jahre hinweg hatte der Verein mit seinem rührigen Vorsitzenden Wilken von Bothmer mit anspruchsvollen Veranstaltungen zwischen Kabarett und Konzert, Lesung und Theater das kulturelle Leben in der Region enorm bereichert. „Aber die Arbeit wurde immer mehr und die Konkurrenz immer größer“, sagt von Bothmer. „Und Menschen, die bereit sind, ehrenamtlich die Arbeit weiterzuführen, sind nicht zu finden.“ So bleibt denn nichts Anderes übrig, als denjenigen zu danken, die jahrelang mit Engagement und Einsatz „für anspruchsvolle Kultur auf dem Lande“ gesorgt haben.

Jetzt hatte man zum Abschied die „Klazz Brothers und Cuba Percussion“ in den Park rund um das Gut Oppershausen zu einem Picknickkonzert eingeladen. Viele kamen, um bei schönem Sommerwetter das Programm „Tango meets Cuba“ zu genießen. An großen Holztischen verzehrte man nicht nur selbst Mitgebrachtes oder käuflich Erworbenes, sondern genoss mehr noch die besondere Atmosphäre der Parkanlage. Bereits 2003, 2005 und 2007 begeisterten die „Klazz Brothers“ mit Bruno Böhmer Camacho (Piano), Kilian Forster (Bass), Tim Hahn (Drums), Alexis Herrera Estevez (Timbales, Bongos, Gesang), Elio Rodriguez Luis (Congas, Gesang) und Alexander Pankov (Bandoneon) im Vorwerk Gut Oppershausen das Publikum. Sie spielen mit höchster Präzision, sind dynamisch flexibel, musikalisch beseelt, technisch meisterlich und haben ein geradezu unübertreffliches Gefühl für Rhythmus.

Kein Wunder deshalb, dass die sechs Musiker schnell die Herzen der Zuhörer gewannen. Schon bei Peter Alexanders Lieblingstango „Tango criminal“ wurde bereitwillig mitgeklatscht, selbst wenn der Rhythmus später schwierig wurde. Manche wagten auf der Rasenfläche am Rande der Bühne sogar ein paar Tanzschritte, obwohl der „Tango Nuevo“ etwa in Astor Piazzollas „Libertango“ und im „Adios Nonino“ nur schwer tanzbar ist. Selbst an Johannes Brahms` Ungarischen Tanz Nr. 5 machten sich die sechs Musiker in ihrer Version heran.

Im Spiel des Ensembles mischt sich europäische Kunstmusik mit argentinischer Folklore und Jazz. Selbst kantige Melodien und Dissonanzen sprühen vor Leidenschaft, Dramatik und Erotik. Ein musikalisches Vergnügen. Alexander Pankow aus Nowosibirsk beherrscht sein Bandoneon virtuos und Alexis Herrera Estevez und Elio Rodriguez Luis lassen staunen, mit welcher Geschwindigkeit und Präzision man Bongos, Timbales und Congas spielen kann. Kleine Showelemente vervollständigen auch optisch den positiven Gesamteindruck. Ein ungewöhnlicher Konzertnachmittag. Ein Glücksgriff zum Abschied.

Von Hartmut Jakubowsky