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Wienhausen Kloster Wienhausen: Unbändige Freude im Nonnenchor
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18:59 01.06.2016
Das Ensemble „Capella de la Torre“ und Sängerin Nicoline Hake (Dritte von links) im Kreuzgang vor dem Nonnenchor. Quelle: Friedjan von Kessinger
Wienhausen

Wie in jedem Jahr erwachten am vergangenen Samstag Teile des „Wienhäuser Liederbuchs“ im reich ausgemalten Nonnenchor des Klosters durch die Stimme der Kasseler Sängerin Nicoline Hake zum klanglichen Leben. Ihr zur Seite stand in diesem Jahr das international gefeierte Ensemble „Capella de la Torre“ unter Leitung von Katharina Bäuml, das Instrumentalstücke von heute geradezu fremd anmutenden Zusammenklängen der „Ars Nova“ (Francesco Landini) bis zum viel vertrauteren Frühbarock auf historischen Blasinstrumenten zu Gehör brachte. Die Oberstimmen waren durch die Doppelrohrblattinstrumente Schalmei (Katharina Bäuml) und Pommer (Schalmei in Alt-Lage: Birgit Bahr, die auch zur Blockflöte griff) vertreten; In der Tenor- und Bass-Lage erklangen der Dulzian Regina Hahnkes – ein Vorläufer des modernen Fagotts – und die Posaune von Falko Munkwitz, die sich aufgrund ihrer engen Mensur im Zusammenklang hervorragend weich mit ihrem tiefen Partner mischte. Beide bildeten einen reizvollen Widerpart zu den schärfer modellierenden, leicht „näselnden“ Schalmeien.

Als akkordischer Vermittler zwischen diesen Ebenen dienten die sanfte Laute und die etwas kräftigere Renaissance-Gitarre von Ulrich Wedemeier, die es dennoch im Kräftemessen mit den „lauten“ Blasinstrumenten nicht immer leicht hatten. Umso überwältigender war die dynamische Wirkung, wenn Blasinstrumente, Laute oder Stimme im Wechsel erklangen. Nicht enden wollender Beifall belohnte die vor Energie sprühenden Musiker, die sich mit Hans Leo Hasslers Madrigal „Tanzen und Springen“ bedankten.

Von Fremdfotos / Texte Eingesandt