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Wienhausen MademoiCelle begeistert Publikum im Bootshaus Oppershausen
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14:35 27.06.2016
Oppershausen

31 Lieder in freiem Vortrag – ein guter Grund, „Chapeau!“ (Hut ab!) zu sagen. Die charismatische Sängerin mit der glasklaren Stimme Kerstin Schiewek-Jahn hat an diesem Abend wieder alles gegeben und das Publikum in ihren Bann gezogen. Neben Chanson-Klassikern, wie „Milord“, „La mer“, „La vie en rose“ und „Non, je ne regrette rien“, weckten auch weniger bekannte Stücke die Begeisterung des Publikums. Die Musiker wurden immer wieder für ihre hervorragenden Darbietungen gelobt.

„Ich werde gleich die Schultasche aufschnallen“, kündigte die Sängerin an und sang beschwingt „Douce France“ (Mein süßes Frankreich) von Charles Trenet (1913–2001). „Oui, je t’aime, dans la joie ou la douleur“ (Ja, ich liebe dich in guten und in schlechten Zeiten), heißt es da. Schiewek-Jahn sang auch Lieder von Patricia Kaas, von der sie erzählte, dass sie ihre ersten musikalischen Schritte in Saarbrücken unternommen habe. „Sie ist neben Édith Piaf eine der wenigen französischen Sängerinnen, die es mit ihrem Erfolg bis nach Übersee geschafft hat“, sagte sie.

Das Lied „Göttingen“ von Barbara (1930–1997) präsentierte das ungewöhnlich umfangreiche Stimmspektrum der Vorzeigesängerin aus Lachendorf. Das Lied ließ das Auditorium im Bootshaus, das bis an den Rand gefüllt war, erstarren.

Es war zudem immer wieder erstaunlich, wie der Pianist Joschua Claassen die temperamentvolle Sängerin mit seinem virtuosen Spiel begleitete. Er überzeugte das Publikum nicht nur mit dem Vortrag des Titellied des Films „Die fabelhafte Welt der Amélie“, sondern auch stimmlich im Duett bei „Aux Champs-Elysées“. Wegen einer vorangegangenen netten textlichen und sprachlichen Unterweisung war das Publikum in der Lage, den Refrain weitestgehend mitzusingen. Zudem gelang es, durch ein Quiz das Publikum einzubinden, bei dem die Namen von sechs Kinderliedern zu erraten waren (welches aber niemand vollständig bestand). „Ein Grund wiederzukommen“, kokettierte Claassen.

Neben der Klavierbegleitung konnte das Publikum auch einige Gitarrenstücke der Première Dame Carla Bruni und der „neuen“ Piaf „Zaz“ genießen. Diese Stücke wurden durch den Ehemann der Sängerin, Michael Schiewek, begleitet.

Das Ensemble klang mehr als rund. Und ehe drei Zugaben gegeben wurden, hielt „MademoiCelle“ das Publikum noch einmal mit einer ganz besonderen Interpretation des wohl bekanntesten Chansons Frankreichs, „Non, je ne regrette rien“ von Édith Piaf (1915–1963), in Schach. Es war ein schöner Abend, ohne Frage, der viele Eindrücke beim Publikum hinterlassen hat.

Von Matthias Blazek