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Wienhausen Mathias A. Heinemann als Wächter des Rechts
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17:06 27.03.2012
Die Geldeintreiber Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
Wienhausen

Positiv überrascht sei er gewesen, sagt Mathias A. Heinemann. Am Montagabend verfolgte er mit seinen „Kollegen“ die erste Folge der Serie „Die Geldeintreiber - Gnadenlos gerecht“, am Sitz des Fernsehsenders Kabeleins in Unterföhring. Und sah erstmals das Ergebnis der etwa fünfwöchigen Dreharbeiten, die ihn nach Essen, aber auch nach Duisburg, Köln oder Bonn führten. Heinemann spielt in den fünf Folgen, die noch bis Freitag jeden Abend bei Kabeleins läuft, einen Anwalt - wie im wirklichen Leben.

„Sammy“ und „Machete“ heißen seine Mitarbeiter. Sie treiben Forderungen von Gläubigern ein und haben Schuldnern den Kampf angesagt. „Ich achte darauf, dass sie sich im Rahmen der Gesetze bewegen“, beschreibt Heinemann seine Rolle. Bei den Dreharbeiten steht er als Berater neben der Kamera und greift ein, wenn es sein muss. Etwa, wenn sich die Schauspieler zu sehr vom Drehbuch entfernen. Dann wird auch Klartext geredet.

Heinemann stellt klar, dass sich die Geldeintreiber nicht in einer Grauzone oder gar in einer Schmuddelecke bewegen. „Sie dürfen nie ein fremdes Grundstück betreten“, sagt er. Sie seien auch nicht brutal oder hätten Waffen bei sich. Nachdrücklich macht der Wienhäuser mit Kanzlei in Hannover deutlich, dass es keinerlei Parallelen zum Inkasso-Team Moskau gibt, das einst von Celle aus Schuldner aufspürte.

Von Freunden hatte Heinemann gehört, dass die Produktionsfirma einen Anwalt suche und hatte sich gemeldet. „Den wollen wir, das ist ein bunter Vogel“, habe es geheißen, sagt der Wienhäuser. Er bezieht die Aussage auf sein Äußeres und seinen Ruf als Querdenker. Die Firma verpasste ihm vor den Dreharbeiten noch eine modische Brille.

Mit der ist er in seiner Rolle als Anwalt zu sehen. Er verhandelt und erläutert die rechtliche Seite, er läuft nicht den Schuldnern hinterher. Und das „gnadenlos“ im Titel der Serie will er als „herzhaft“ verstanden wissen.

Schon kommenden Montag wird sich entscheiden, ob Heinemann ein Serienstar wird. Stimmen die Zuschauerzahlen, sollen 100 weitere Folgen gedreht werden, eventuell sogar 200. Am Montag war die Resonanz etwas unter der Erwartung, aber das kann sich ja bis Freitag noch ändern.

Heinemann hat Spaß daran, „mehr Frontschwein zu sein“, wie er es ausdrückt. Das Recht vor der Kamera zu erläutern, gefällt ihm. Daran hält er fest. „Ich muss meinem Beruf treu bleiben, sonst muss ich Schauspieler werden.“

Von Joachim Gries