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Wienhausen Pohndorf: Beim Allerwehr Osterloh auch an die Paddler denken
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen Pohndorf: Beim Allerwehr Osterloh auch an die Paddler denken
19:06 13.04.2016
Wird das Allerwehr bei Osterloh ökologisch durchgängig gemacht, verlängert sich für Paddler der Fußweg zwischen den beiden Einsatzstellen erheblich.  Quelle: Joachim Gries
Bockelskamp

Fällt das Osterloher Allerwehr, werden die vorhandenen Verhältnisse umgekehrt. Rauscht der Fluss bisher über die Staustufe und wird nur bei Hochwasser auch ein bisschen in den Theewinkel geleitet, werden künftig die Wassermassen durch das zu schaffende „Raugerinne“ im früheren Flussbett fließen und nur bei Hochwasser auch ein Teil über eine Schwelle und durch das Wehr laufen.

Vier Varianten hatten die Experten entwickelt und bewertet, Variante 4 unter dem Titel „Bau eines Raugerinnes zum Anschluss des Altarms unter Nutzung des alten Allerverlaufs für den Hochwasserabfluss“ stellte sich dabei als die wirtschaftlichste und fachlich sinnvollste Variante heraus und wird jetzt favorisiert. Sie bedingt eine Verlegung des Allerradwegs und den Bau einer Brücke über den revitalisierten Altarm.

„Wir haben nichts gegen die Brücke“, sagt der Flotwedeler Verwaltungschef Helfried H. Pohndorf. Man lehne aber die Unterhaltung des 2,5 Meter langen Bauwerks mit einer Spannweite von 30 Metern ab. Die Unterhaltung des künftig etwa 200 Meter längeren Radwegs mit wassergebundener Decke sei hingegen kein Thema.

Was Pohndorf verwirklicht wissen möchte, ist eine Möglichkeit für Paddler, auch künftig das Wehr passabel umgehen zu können. Derzeit können sie kurz vor dem Wehr aussteigen, ihr Boot samt Gepäck auf der Osterloher Seite aus dem Wasser auf eine Betonplattform heben und von dort auf dem Allerdamm bis unterhalb des Wehrs tragen, wo sie wieder einsetzen können. Das soll auch künftig so sein, unter der Überschrift „Verlegung Kanusteg“ ist das im Erläuterungsbericht zum Planfeststellungsantrag des NLWKN auch berücksichtigt. „Die vorhandene Kanuanlegestelle im Oberwasser muss rückgebaut werden und sollte aus Sicherheitsgründen deutlich Oberstrom der Überlaufschwelle und somit der Einmündung in die Sohlgleite angelegt werden“, haben es die Fachleute formuliert. Im Klartext: Der Weg für Kanufahrer wird deutlich länger.

Pohndorf schwebt vor, dass das NLWKN eine Vorrichtung installiert, mit der Paddler Boot und Gepäck bequem am Wehr vorbei zur Einsatzstelle am Unterwasser transportieren können. „Eine Draisine zwischen den beiden Stellen wäre sinnvoll“, so seine Überlegung, ein kleines Fahrzeug auf Schienen, mit dem Paddler ihre Lasten transportieren können. Vielleicht könne man daraus auch ein Leader-Projekt entwickeln.

Von Joachim Gries