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Wienhausen Pohndorf und Müller streiten bei CZ-Podium zur Wahl im Flotwedel
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen Pohndorf und Müller streiten bei CZ-Podium zur Wahl im Flotwedel
11:24 23.05.2014
Von Simon Ziegler
Lebhafte Diskussion in Wienhausen: CZ-Chefredakteur Ralf Leineweber, die Kandidaten Helfried H. Pohndorf und Thorsten Müller sowie Lokalredakteur Joachim Gries (von links). Quelle: Alex Sorokin
Wienhausen

Wer gedacht hatte, das Duell um den Bürgermeister-Posten in der Samtgemeinde Flotwedel am Montagabend werde zum Duett, der sah sich getäuscht. Zwar waren sich im Braugasthaus Mühlengrund SPD-Mitglied Helfried H. Pohndorf, der am 25. Mai als Einzelkandidat antritt, und der parteilose Grünen-Bewerber Thorsten Müller in einigen Sachfragen wie dem Hochwasserschutz weitgehend einig. Doch das Fehlen eines Kandidaten der CDU, die im Samtgemeinderat die stärkste Fraktion stellt, führte keineswegs zur großen Einigkeit zwischen den beiden Kontrahenten.

Im Gegenteil, Müller ging mehrmals auf Konfrontationskurs zum Amtsinhaber. "Wir müssen uns im Tourismus neu aufstellen", sagte er. Dass die Tourist-Info in Wienhausen selbst während des Ostermarktes geschlossen sei, trage nicht zur Attraktivität der Samtgemeinde bei. Bei der Frage der Massentierhaltung im Flotwedel ging Müller Pohndorf direkt an. "Ich hätte mir von Ihnen mehr politische Standfestigkeit gewünscht. Ich habe keine Gegenwehr gesehen", sagte der Grünen-Kandidat angesichts von bald 300.000 Hähnchenmastplätzen im Flotwedel.

Pohndorf, seit 1998 Verwaltungschef, gab den souveränen Amtsinhaber, der sich in Verwaltungs- und Detailfragen auskennt. Die anderen Mitgliedsgemeinden seien nicht bereit gewesen, "den Tourismus in Wienhausen exorbitant zu finanzieren", immer mehr Geld sei deshalb gekürzt worden. In Sachen Mastställen wies er die Kritik seines Herausforderers entschieden zurück. "Anträge werden nicht verzögert, nicht beschleunigt, sondern abgearbeitet. Wir schauen, ob ein Maststall in einen Bebauungsplan passt. Das kann sonst Schadensersatzforderungen nach sich ziehen", sagte Pohndorf, der zudem auf ein strukturelles Problem verwies: Die Samtgemeinde habe eine große Fläche mit wenig Wald und sei deshalb prädestiniert für Mastställe, Biogas und Windkraft.

Apropos Windräder: Die alternative Energieerzeugung nahm den größten Raum in der Diskussion ein. Müller kritisierte, dass ein Antrag der Grünen zu einer möglichen Eigenbeteiligung der Kommune bei einem Windpark "zwei Jahre liegen blieb, ohne dass etwas passiert ist". Jetzt sei es schwierig einzusteigen, weil schon Vorverträge geschlossen worden seien. Pohndorf wies die Äußerungen ins Reich der Fabel. Es sei lediglich unterzeichnet worden, dass die Investoren die Kosten der Planung übernehmen. "Wir haben die Zusage, dass die Samtgemeinde 20 Prozent halten kann", erklärte Pohndorf, so dass ein Teil der Rendite vor Ort bleibe.

Dagmar Mania-Machwitz von den Windkraftgegnern in Bröckel behauptete, dass nach jetziger Planung 76 Windräder rund um das Dorf gebaut werden könnten. Müller sagte, dass er sich dafür einsetzen wolle, dass Sichtachsen um Bröckel von Windanlagen frei bleiben. "Es steht noch gar nicht fest, dass neue Windräder gebaut werden. Ich gehe davon aus, dass der Rat zu seiner Zusage steht, Flächen mit Bedacht auszuwählen", sagte dagegen der Verwaltungschef.

Simon Ziegler