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Wienhausen Schützen feiern seit 200 Jahren in Wienhausen
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17:25 26.05.2014
Bei Schützenfes 1925 war ein langer Umzug im - Klosterort unterwegs. Die Planung und Organisation - des Jubiläum-Schützenfestes liegen in den Händen des zwölfköpfigen Schafferrats. Quelle: Doris Hennies
Wienhausen

Wahrscheinlich gibt es das Schützenfest in Wienhausen schon um einiges länger. Aber weil die älteste Fahne von 1814 stammt, hat man das Jubiläum darauf abgestellt und feiert deshalb jetzt die 200 Jahre mit besonderem Pomp. Schon vor eineinhalb Jahren haben die Bürger – vom Bürgermeister offiziell dazu eingeladen – aus ihren Reihen den Schafferrat gewählt. Das zwölfköpfige Komitee hat dann die Planung, Organisation und die Leitung der Durchführung übernommen – „ein gewaltiger Batzen Arbeit“, wie Willi Luttermann, Vorsitzender des Schafferrats, versichert.

Eigentlich sind es fünf Tage, die das Fest umspannen: Mit der Ankunft des „Britzmeisters“, eine Art Hofnarr der Festivitäten, auf dem Festplatz am Mittwoch, 18. Mai, um 18 Uhr geht es. Christoph Buchmüller wird in die Rolle schlüpfen. Seine Inszenierung und ein spektakulärer Auftritt sind seine Sache und bleiben bis zuletzt sein Geheimnis. Nach dem großen Zapfenstreich am Kloster um 19.30 Uhr folgt der Festkommers mit musikalischer Begleitung.

Am Donnerstag, 29. Mai, wecken die „Wienhäuser Klostertaler“ Mann und Maus schon um 6 Uhr in der Frühe. Bürger und Schützen werden, mit Unterstützung der Ehrendamen, zusammengesammelt und in die Dorfmitte geleitet – zum Abholen der Fahnen und zur Kranzniederlegung. Danach geht’s um 8.45 Uhr zum gemeinsamen Frühstück ins Festzelt, dort wird auch die neue Schützenfahne geweiht. Nach dem Feldgottesdienst im Klosterpark um 10.30 Uhr folgt der Marsch zum noch amtierenden Schützenkönig, von dort aus geht es zum „Bällesammeln“ und weiter auf den Schießplatz. Auf 18 Uhr wurde die Proklamation des neuen Schützenkönigs samt Mitstreiter gelegt. Ab 20 Uhr gibt es Tanz bei Livemusik im Festzelt.

Auch am Freitag, 30. Mai, haben schwere Köpfe keine Chance lange auszuschlafen: Um 7.15 Uhr beginnt das Sammeln aller Schützen und Bürger in die Dorfmitte und zum Marsch ins Festzelt, wo das Königsfrühstück auf sie wartet. Auf ein Tänzchen in Ehren kann sich anschließend die Äbtissin des Klosters freuen – auch das ist Tradition – auf dem Marsch ab 8.45 Uhr zum Anbringen der Königsscheibe und durch das Kloster.

Um 11 Uhr soll der erste große Umzug samt Themenwagen und allerlei Fußvolk in die zugehörigen Dörfer Offensen, Oppershausen und Bockelskamp starten. Ganz friedlich geht das nicht von statten: Offizierskorps und Schützengarde müssen sich, unter Einbringen ihres Schauspieltalents, in den Eroberungskampf werfen. Die Eroberten werden eingesammelt und weiter geht es.

Eine Stärkung wartet in Form von Erbsensuppe auf dem Dorfplatz von Offensen. Wieder zurück in Wienhausen, folgen gegen 17.30 Uhr folgen die Ehrentänze. Ab 20 Uhr gibt es wieder Tanz für alle.

Am Samstagmorgen, 31. Mai, ab 10 Uhr gehen bürgerliche Abgesandte – nach Lust und Laune verkleidet – von Haus zu Haus und sammeln nach altem Brauch in der Zechengemeinschaft Eier, die anschließend beim Eieressen um 14 Uhr im Festzelt gebraten und verspeist werden. Ein Höhepunkt des Tages ist die anschließende Sitzung des königlichen Kriegsgerichts um 15.30 Uhr, bei dem so manches Missgeschick zur Verhandlung kommt. Ab 20 Uhr können dann Kläger und Beklagte wieder einträchtig das Tanzbein schwingen.

Mit dem Aufmarsch der Musikzüge Celler Knappen, Fanfarenzug Garßen, Musikverein Ahlten, Musikzug Hoya und Spielmannszug Altencelle beginnt ab 12 Uhr mittags am Sonntag, 1. Juni, der letzte und publikumswirksamste Akt des Schützenfests: Der große Festumzug durch Wienhausen (ab 13.30 Uhr). Die Themenwagen – ob groß oder klein – und ihre Gestalter von der Einmannschau bis zur Großgruppe haben auch in diesem Jahr aus ihren „fahrbaren Botschaften“ ein großes Geheimnis gemacht. Einheimische und Gäste werden sich überraschen werden lassen müssen. Der letzte Festball ab 20 Uhr läutet schließlich das Ende des Festprogramms ein.

Von Doris Hennies