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Wienhausen Vor lauter Wald die Bäume sehen
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen Vor lauter Wald die Bäume sehen
17:48 27.09.2018
Von Carsten Richter
Wenn Hartmut Tiedt im Wald unterwegs ist, will es der Sachverständige ganz genau wissen. Quelle: Carsten Richter
Wienhausen

Wenn Hartmut Tiedt in den Wald geht, macht er das nicht zu Erholungszwecken. Er will es ganz genau wissen: Welche Baumarten wachsen hier? Wie alt sind die Bäume? Wie viele Bäume stehen auf einer Fläche? Wie ist der Bewuchs? Das alles wird bis aufs kleinste Detail dokumentiert. Tiedt ist ein sogenannter Taxator – vom Duden definiert als ein "als Schätzer tätiger Sachverständiger". Im Auftrag der Landwirtschaftskammer ist er derzeit in den Wäldern des Landkreises unterwegs, um die Bestände zu erfassen.

"Die erste Herausforderung besteht darin, sich nicht zu verlaufen", sagt Tiedt mit Augenzwinkern. Doch der Experte, der an diesem Tag rund um Wienhausen unterwegs ist, hat seine Hilfsmittel: Auf einem Luftbild sind alle Grundstücke eingezeichnet und jeweils mit Buchstaben versehen. Die privaten Eigentumsflächen sind sehr kleinteilig, für den Laien sieht die Karte wie ein Flickenteppich aus. Aber Tiedt hat noch ein paar weitere Anhaltspunkte: Kleine Absenkungen im Boden markieren die Grenze zu den Nachbargrundstücken. Mitunter ist auch ein Pfosten aus Stein oder Holz aufgestellt.

Tiedt ist als Sachverständiger für die Inventur im Gebiet der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Aller-Lachte zuständig, einem Bereich des Forstamtes Südostheide. Die FBG ist ein freiwilliger Zusammenschluss von rund 500 Waldbesitzern und entspricht einer Fläche von knapp 7500 Hektar Privatwald, einschließlich etwa 10 Prozent Genossenschaftswald, die in etwa die Samtgemeinden Flotwedel und Lachendorf umfasst. Die Begehung der Wälder teilt sich Tiedt mit sieben Kollegen. "Pro Tag läuft jeder von uns 30 bis 35 Hektar ab", erklärt der Sachverständige.

"Die Inventur ist eine große Hilfe für die Bezirksförster. Sie beraten die Waldbesitzer vor Ort und geben ihnen Empfehlungen, ob und was sie auf ihrem Grundstück ändern sollten", sagt Eckhard Klasen, Leiter des Forstamtes Südostheide. Die Landwirtschaftskammer, die die Inventuren in Auftrag gibt, verstehe sich dabei als Vermittler zwischen Waldbesitzern und Förstern.

Beim Erfassen des Waldbestandes hilft den Sachverständigen ein bestimmtes Messgerät, das sogenannte Spiegelrelaskop. "Damit kann die Höhe der Bäume sehr genau bestimmt und die Dichte zumindest geschätzt werden", so Klasen – das erklärt dann auch den Berufsnamen Taxator, eben "Schätzer".

Tiedt zeigt auf ein Waldgrundstück. "Die Fläche ist unterpflanzt mit Douglasien und Buchen. Durch den Nachwuchs an Bäumen kann ein Kahlschlag verhindert werden", erklärt der Fachmann. Optimal sei es, wenn es in einem bestimmten Bereich weniger, aber dafür gute Bäume gebe. Ein großer Baumbestand ist also nicht zwangsläufig ein gutes Zeichen, Qualität geht vor Quantität.

Auch wenn der Bestand nicht zu 100 Prozent erfasst werden kann, so wissen die Experten dennoch, wie es insgesamt um die Wälder im Landkreis Celle bestellt ist. Im Schnitt sind die Bäume 40 bis 80 Jahre alt, die häufigste Baumart ist die Kiefer. Ihr gehe es insgesamt ganz gut, so Klasen. Von einem Waldsterben wie in den 1980er Jahren könne keine Rede sein. Problematisch sei jedoch der hohe Stickstoffanteil in der Luft. "Stickstoff fördert zwar das Wachstum, aber das Nährstoffgleichgewicht im Boden gerät dadurch aus dem Takt." Außerdem machen Pilzerkrankungen den Bäumen zu schaffen. Besonders Fichten seien zudem vom Borkenkäfer befallen.

Noch bis etwa Ende Oktober dauert die Inventur. Frühestens in zehn Jahren wird die Erfassung des Waldbestandes wiederholt.

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