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Wienhausen Was ist typisch deutsch?
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen Was ist typisch deutsch?
11:46 30.08.2018
Was ist typisch deutsch? Mit dieser Frage haben sich die Künstler der Ausstellung beschäftigt und jeder für sich eine eigene Antwort gefunden. Quelle: Birgit Stephani
Wienhausen, Sportplatz

Die Deutschen schaffen gerne Regeln. Sie gründeten 1917 das „Deutsche Institut für Normung“ in Berlin. Die deutschen Eigenheiten bemerkte auch Mark Twain 1848, als er in seinem „Bummel durch Europa“ feststellte, dass auffällig viele Deutsche eine Brille tragen. Auch die viel besungene Wanderlust darf in der Aufzählung nicht fehlen. Zu ihr bekennen sich circa 50 Prozent der erwachsenen Bundesbürger und schätzen dabei verlässliche Wegweiser, was dem „Deutschen Institut für Normung“ Anlass genug war, festzuschreiben, dass „Wegweiser in Form eines Pfeils zu gestalten sind“. Apropos Regeln: Bei Rot bleibe stehen, bei Grün kannst du gehen. Der Deutsche sucht sie, um sie in einem kleinen Akt der Rebellion zu übertreten.

Dem Deutschen wird Miesepetrigkeit nachgesagt. Wenn man an einem sonnigen Tag einmal in der Celler Innenstadt sitzt und sich beschaulich bei einem italienischen Kaffee und schwedischer Sitzgruppe die Menschen anschaut, weiß man, was
damit gemeint ist. Typisch deutsch sind auch Balkone, Kartoffelpüree, die Bierkultur, Goethe, Pünktlichkeit, Sommerschlussverkauf, Kommissionen, Verwaltungsvorschriften, derzeit Baukräne, Turnbeutel und vieles mehr.

In der Ausstellung haben sich verschiedene Künstler Gedanken über das gemacht, was wir typisch deutsch nennen. Neben den Kunstwerken und Bildern im Kulturhaus sind auch besonders die Objekte im Außenbereich zu erwähnen. Gleich nebenan hat es sich ein Schwarzangler bequem gemacht. „Vater“ des Schwarzanglers ist Alwin Gröschner. Direkt am Mühlenkolk hat Isabella Gröschner ein textiles Objekt geschaffen aus schwarz-rot-goldenen Bändern. Wir Deutschen hängen ja unsere Fahne immer nur zu bestimmten Anlässen in die Öffentlichkeit.

Besucher sehen im und am Haus einen roten Faden, der sich manchmal um sich selbst herum verliert, zum Kreuzen neigt und sich manchmal den Blicken entzieht, aber dennoch nachverfolgbar ist. Besucher der Ausstellung sind eingeladen, diesem Faden zu folgen. Er wurde nach der Ausstellungseröffnung um den Mühlenkolk fortgesetzt.

Besonders erwähnenswert sind auch die Aktionen an den kommenden Wochenenden. So ist eine Streetart-Aktion mit Jörg Artes Pippirs geplant. Außerdem malen Künstler live (auch ein typisch neudeutsches Wort), also vor dem Publikum im Kulturhaus.

Die Ausstellung führt den Besucher auf verschiedenste Art die deutschen Eigenarten und Tugenden vor das Auge. Da ist die Idylle, festgehalten in einem Bild. Doch beim näheren Betrachten merkt man, hier ist nichts zufällig, sondern exakt geplant und mit „Vermessungslinien“ versehen. Gleichzeitig sieht man nebenan die Nordsee oder die Lüneburger Heide – Deutschland eben, wie es in unseren Augen ist und vielleicht auch zu sein hat.

Von Birgit Stephani

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