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Wienhausen Wie geht es weiter mit Flotwedeler Windkraftplänen?
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Wienhausen Wie geht es weiter mit Flotwedeler Windkraftplänen?
14:16 22.09.2016
Wienhausen

„Es gilt der alte Flächennutzungsplan“, stellt Verwaltungschef Helfried H. Pohndorf fest. Der sei aber nicht mehr rechtskonform, da er für Windkraft keinen substanziellen Raum bereitstelle. Wolle ein Investor jetzt Windkraftanlagen bauen, könne er klagen. „Aber das dauert“, sagt der Samtgemeindebürgermeister. Einen Ausweg sieht er darin, dass jetzt das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises abgewartet werde, oder dass sich die Politik im Flotwedel erneut mit dem eigenen F-Plan-Entwurf befasse.

Am Mittwoch informierte Pohndorf den Samtgemeinde-Ausschuss über das RROP, er hatte die Beratungen im Ausschuss für Umwelt und ländlichen Raum des Celler Kreistags in der vergangenen Woche verfolgt. Die Planung des Kreises weist derzeit mehr Flächen für Windkraft aus als die bisherigen Pläne der Samtgemeinde. Und gerade aus der Flotwedeler CDU-Mehrheitsfraktion war in der Vergangenheit immer wieder das Argument zu hören: „Wenn wir nicht beschließen, diktiert uns der Landkreis die Flächen.“

In der Sitzung des Flotwedeler Samtgemeinderates hatten sich vier CDU-Ratsmitglieder beim Beschluss über den Planentwurf sowie die Begründung mit Umweltbericht enthalten, daraufhin hatte auch Pohndorf für Enthaltung votiert. „So kann man mit einem so wichtigen Thema nicht umgehen“, sagte er mit Blick auf die CDU-Fraktion. Zuvor hatte der Verwaltungschef geheime Abstimmung beantragt, das hatte die CDU mit ihrer Mehrheit abgelehnt.

Pohndorf sagte gestern, seine Intention sei es, dass sich der neu gewählte Rat noch einmal mit den Flotwedeler Plänen befassen solle. Die Weiterverfolgung der Planung mache aber nur Sinn, wenn das Flotwedel gegenüber dem Landkreis mit seinem RROP einen Vorsprung von einem Jahr hat. Denkbar sei, dass die Samtgemeinde etwa das Kriterium der Umzingelung oder die Ausgrenzung von Überschwemmungsgebieten in die Pläne aufnehme. Bedingen würde das aber eine erneute Auslegung der Pläne mit Beteiligung der Öffentlichkeit. „Da müsste der Planer noch mal ran“, sagt Pohndorf.

Gekostet hat die F-Plan-Änderung bisher rund 165.000 Euro. Aufgewendet wurde das Geld für den Planer, für das Verfassen des Umweltberichts und für die avifaunistischen Gutachten. Zahlen sollen den Betrag die Investoren, die im Flotwedel Windkraftanlagen bauen wollten. Auch wenn am Ende nicht die Samtgemeinde, sondern das RROP Flächen für Windkraft ausweise, könnten die Investoren die Gutachten sicher nutzen, so Pohndorf.

Von Joachim Gries